FAQ und Indikatoren

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FAQ

Interpretation – Wie sind die Ergebnisse zu lesen?

» Was ist bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten?

Bei der Beurteilung einer Region bzw. beim Vergleich verschiedener Regionen sind unbedingt auch die Punktwerte, nicht nur der Rang, zu betrachten. Erst zusammen mit den Punktwerten ergibt sich ein differenzierteres, ehrliches Bild über das Abschneiden. Denn die reine Betrachtung eines Rangplatzes birgt die Gefahr von Fehleinschätzungen. Viele Regionen erreichen die gleichen oder nur marginal unterschiedliche Punktzahlen. So trennen beispielsweise den Rang 170 (Bamberg, 170,4 Punkte = 170 Punkte) weniger als 3,5 Punkte von Rang 212 (Hof, 167,0 Punkte = 167 Punkte). Dazwischen liegen 42 Kreise mit ähnlicher Punktzahl. Somit können lediglich kleine Unterschiede bei den Punkten zu hohen Abweichungen in den Rangpositionen führen.

» Was bedeutet das Ergebnis in den am schlechtesten abschneidenden Regionen für die Menschen, die dort leben?

Das persönliche Glück wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst. Nur jeder Einzelne weiß, wo er sich wohlfühlt. Das Ziel der Deutschland-Studie ist lediglich, die äußeren Rahmenbedingungen für ein besseres Leben zu messen. Vergleichbarkeit aller 401 Kreise war eine wichtige Grundvoraussetzung der Studie. Deshalb können selbstverständlich nur die Faktoren erfasst werden, für die auch auf Kreisebene Daten vorlagen. Jede Region – auch die auf dem letzten Rang mit immerhin noch stolzen 109 Punkten – ist lebenswert. Außerdem ist klar, dass die äußeren Rahmenbedingungen nur ein Faktor eines zufriedenen Lebens darstellen. Daneben gibt es viele verschiedene individuelle Faktoren: persönliche Präferenzen (z. B. Stadt, Land, Freizeitgestaltung, mit Kindern, ohne Kinder usw.), Lebenseinstellung, Meinungen und Stimmungen. Die Deutschland-Studie bietet darüber hinaus die Chance für Bürgerinnen und Bürger, sich anzuschauen, was in ihrer Region im Argen liegt – jedenfalls bei den äußeren Lebensbedingungen. Vielleicht inspirieren die Ergebnisse den ein oder anderen, sich für niedrigere Mieten oder mehr Erholungsflächen in seinem Kreis einzusetzen.

» Was misst die Deutschland-Studie nicht?

Gemessen wurde nur, was Regionen ganz konkret miteinander vergleichbar macht (und zwar alle 401 Kreise und kreisfreien Städte) und was nicht von subjektiver Wahrnehmung beeinträchtigt ist. Das ZDF und Prognos haben für das Ranking in der Deutschland-Studie somit einen quantitativen Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistischen Daten basiert. Befragungen von und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern zur Ermittlung der subjektiven Einschätzungen sind für die Bewertung der 401 Regionen bewusst nicht vorgenommen worden. Die Deutschland-Studie kann somit eine sinnvolle Ergänzung in der Debatte um Lebensverhältnisse in Deutschland darstellen. Sie ist nicht besser oder schlechter als andere Ansätze, ergänzt aber das Bild.
Das Ziel war nicht, die Lebensqualität in Haushalten oder das Wohlbefinden von Personen zu bewerten. Es werden also die allgemeinen, vergleichbaren Rahmenbedingungen für Lebensqualität in allen 401 Städten und Landkreisen nach objektiven Maßstäben gemessen.
Subjektive Wünsche und unterschiedliche Ansprüche des Einzelnen werden in der Deutschland-Studie ausdrücklich nicht erfasst. So bleibt beispielsweise unberücksichtigt, dass manche Menschen per se ein Leben auf dem Land oder in der Stadt vorziehen. Auch persönliche Umstände wie Mentalität, Heimatgefühl sowie „glückliche“ oder „unglückliche“ Ereignisse wie Familiengründung, Freundschaften auf der einen, Jobverlust, Scheidung, ernsthafte Erkrankung auf der anderen Seite sind mit der herangezogenen Methode nicht messbar.

 

» Wurden für die Studie Menschen befragt? Was hat es mit der Umfrage auf sich?

Nein, im Rahmen der Deutschlandstudie wurde keine Umfrage durchgeführt (siehe auch unser FAQ zum Ansatz der Studie). Jedoch enthält der Film „Die große Deutschlandstudie – Wo lebt es sich am besten?“ neben der Deutschlandstudie auch eine Befragung. Diese hat nicht die Prognos AG durchgeführt, sie ist nicht Teil der eigentlichen Studie und ihr Ergebnis floss nicht in die Wertung der 401 Regionen ein. Fragen hierzu beantwortet das ZDF.

Allgemeine Fragen

» Kann man Lebensqualität überhaupt messen?

Selbstverständlich bedeutet Lebensqualität für jeden etwas anderes – die Sportwagenfahrerin hat andere Vorstellungen als ein Radler, ein Opernfan andere als ein Kneipengänger oder Naturliebhaber. Manche Landpflanze würde sich in der Stadt unwohl fühlen, und umgekehrt manches Stadtgewächs auf dem Land. Zudem gibt es Optimisten und Pessimisten und viele andere Dinge, die Lebensqualität beeinflussen. Aber es gibt Bereiche, die für besonders viele Menschen von besonders hoher Wichtigkeit sind. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Versorgung, Wohnen, Arbeit, Sicherheit, Freizeit und Erholung. Die Deutschland-Studie ist ein Versuch, die objektiv messbaren Rahmenbedingungen für ein gutes Leben auf Kreisebene zu erfassen. Sie ist kein Versuch, individuelles Glück zu messen. Glücklich werden kann man in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands.

» In welchen Regionen wurde die Lebensqualität in Deutschland gemessen?

Die Rahmenbedingungen für Lebensqualität wurden flächendeckend für ganz Deutschland gemessen – und zwar so, dass sie alle 401 Kreise und kreisfreien Städte miteinander vergleichbar macht. Die Studie zieht weder internationale Vergleiche, noch vergleicht sie verschiedene Gebiete innerhalb von Kreisen und Städten (etwa Dörfer oder Stadtviertel).
Somit liegt erstmals ein umfängliches Ranking zu den äußeren Lebensumständen in Deutschlands Regionen vor. Bestehende Studien und Rankings beziehen sich entweder auf Teilaspekte (etwa: nur Wirtschaft, nur Wohnen) und/oder fokussieren nicht auf sämtliche 401 Städte und Kreise in Deutschland (etwa: nur Großstädte).

» Wer sind die Macher der Studie?

Die Studie wurde von einem Team aus Forschern der Prognos AG durchgeführt – das Team bestand aus bis zu zehn Personen, hauptsächlich aus Regionalwissenschaftlern. Es wurde ergänzt durch Experten aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen, unter anderem Volkswirte und Politologen.

» Wo wohnen die Macher der Studie?

Prognos hat acht Standorte (Basel, Berlin, Bremen, Brüssel, Düsseldorf, Freiburg, München, Stuttgart). Die Kollegen wohnen in den unterschiedlichsten Ecken des Landes und haben unterschiedliche Präferenzen in Sachen Stadt versus Land. Einige wohnen im Schwarzwald, andere im Ruhrgebiet, in Berlin-Mitte oder recht ländlich im Schwarzwald oder im Bremer Umland. Dem einen gefällt es hier, dem anderen dort – das ist bei Prognos wie überall.

» Wer ist Prognos?

Die Prognos AG ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert. Mit rund 150 Expertinnen und Experten ist das Unternehmen an acht Standorten vertreten: Basel, Berlin, Düsseldorf, Bremen, München, Stuttgart, Freiburg und Brüssel. Die Projektteams arbeiten interdisziplinär. Die Auftraggeber der Prognos AG stammen aus verschiedensten Bereichen: Hierzu zählen Ministerien im Bund und in verschiedenen Bundesländern, andere Institutionen des öffentlichen Sektors, europäische Institutionen, NGOs, Think-Tanks und Stiftungen, Großunternehmen und KMU, Interessenvertretungen wie Wirtschafts- und Sozialverbände, Arbeitgeber und Gewerkschaften, öffentliche Unternehmen, Entscheider und Planer in Kommunen und Regionen. Mehr über Prognos und die Kunden erfahren Sie hier (PDF).

» Wer ist Christian Böllhoff?

Christian Böllhoff ist der geschäftsführende Gesellschafter der Prognos AG. Als solcher ist er Profi in der Bewertung und Kommentierung wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Gemeinsam mit seinen Kollegen beschäftigt er sich mit den großen Zukunftsthemen und ihren Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Mensch: demografischer Wandel, Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung. Christian Böllhoff studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der LMU in München. Seit 2000 ist er in verschiedenen Führungspositionen tätig, unter anderem als Geschäftsführer des Handelsblatts. Im Jahr 2003 wurde er zum Geschäftsführer der Basler Prognos AG berufen.

» Was ist der Unterschied zwischen der ZDF Deutschland-Studie von Prognos und dem Prognos-Zukunftsatlas, der zuletzt 2016 im Handelsblatt veröffentlicht wurde?

Für das Handelsblatt erstellt die Prognos AG den Zukunftsatlas. Dieser bewertet alle drei Jahre die Zukunftschancen und -risiken aller Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands (» Zukunftsatlas ). Im Unterschied zur Deutschland-Studie liegt der Fokus des Zukunftsatlas vor allem auf den Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg. Vereinfacht gesagt: Deutschland-Studie = Rahmenbedingungen für Lebensqualität, Zukunftsatlas = wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.
Genauer: Der Zukunftsatlas bewertet Regionen vor allem nach ihrer Attraktivität für Unternehmen. Außerdem wird untersucht, welche Rahmenbedingungen das zukünftige wirtschaftliche Wachstum der 401 Kreise negativ beeinflussen könnten. Dafür werden etwa zentrale Standortfaktoren, wie Anbindung an Bundesautobahnen und die Verfügbarkeit von Fachkräften, untersucht. Teilweise werden auch ähnliche Daten wie in der Deutschland-Studie berücksichtigt, etwa zur demografischen Entwicklung, öffentlichen Verschuldung, zu Kriminalität und sozialen Problemen. Andere Kennzahlen werden in der Deutschland-Studie nicht betrachtet, im Zukunftsatlas dagegen schon. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl unbesetzter Ausbildungsstellen, die Patentanmeldungen, die Investitionsquote der Industrie und die Anzahl der Top 500 Unternehmen in einer Region. Die Ergebnisse des Zukunftsatlas können sich daher deutlich von denen der Deutschland-Studie unterscheiden, da bei ersterem mehr das wirtschaftliche Potenzial als die Lebensqualität betrachtet wird. Auch beim Zukunftsatlas schneidet jedoch der Süden mit Bayern und Baden-Württemberg besonders gut ab, während die neuen Bundesländer hier – im Gegensatz zu den Ergebnissen der Deutschland-Studie – nicht so gute Werte erzielen.

 

» Trägt eine solche Studie nicht dazu bei, dass die Unzufriedenheit in schlecht abschneidenden Regionen wächst?

Das Ziel der Studie ist es, Unterschiede in der Lebensqualität aufzuzeigen. Wer Dinge ändern will, könnte die Ergebnisse jedoch nutzen, um Ansatzpunkte für Änderungen zu erkennen. Dies ist natürlich besonders relevant für all jene, die sich in Lokal-, Landes- oder Bundespolitik engagieren.

» Dass die Münchener reich sind und das Ruhrgebiet arm, sehe ich auch so. Wieso eine Studie?

Die Ergebnisse der Studie bieten Hinweise, wo Regionalpolitik gestaltend eingreifen kann. Das explizite Ziel ist es nicht nur materiellen Wohlstand zu messen, sondern Wohlergehen allgemeiner. Dies zu messen und bundesweit auf Kreisebene vergleichbar zu machen, war Ziel des ZDF, als es Prognos beauftragt hat. Sowohl das Grundgesetz als auch der aktuelle Koalitionsvertrag fordern die „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland“. Doch, um die Lebensverhältnisse in Deutschland vergleichen zu können, braucht man eine oder mehrere Messlatten, an denen man sich dabei orientieren kann. Die Deutschland-Studie versucht so eine Messlatte zu bieten.

» Wieso blendet die Studie die individuelle Perspektive aus? Es geht doch um die Menschen?

Es existieren bereits zahlreiche Befragungen von Bürgern zur individuellen Einschätzung der Lebensqualität. Für die Deutschland-Studie wurden Befragungen von und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern zur Ermittlung der subjektiven Einschätzungen bewusst nicht vorgenommen. Das Ziel der Deutschland-Studie war es, die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben zu untersuchen – also die objektiven Lebensumstände für ein gutes Leben zu ermitteln. Diese unterscheiden sich selbstverständlich von der subjektiven Einschätzung. Aufgrund des gewählten Ansatzes kann die Studie somit eine sinnvolle Ergänzung in der Debatte über Lebensqualität in Deutschland darstellen.

» Meine Region hat in einem bestimmten Lebensbereich (Indikator) gut/schlecht abgeschnitten (zum Beispiel Bildung, Gleichberechtigung, Luftqualität usw.). Ist in meiner Region also alles gut/schlecht in diesem Lebensbereich?

In der Studie wurden alle wichtigen Lebensbereiche untersucht, die einen Einfluss auf die Lebensqualität haben können, so zum Beispiel Luftqualität oder Gleichberechtigung. Für jeden Bereich wurden möglichst viele, aussagekräftige Statistiken (Indikatoren) herangezogen. Dabei war es das wichtigste Ziel, eine bundesweite Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Eine Statistik war für die Deutschlandstudie also nur geeignet, wenn sie alle 401 deutschen Städte und Kreise erfasst. Wollte man einzelne Lebensbereiche eingehender untersuchen, um einzelne Städte oder Kreise zu beurteilen, so müsste man auch auf Daten (Indikatoren) zurückgreifen, die nicht oder noch nicht für alle 401 Kreise vorliegen. Dies wäre beispielsweise im Bereich Bildung nötig, da die Schulsysteme über die Länder hinweg teilweise unterschiedlich sind. Darüber hinaus gibt es in fast jedem Lebensbereich „Leuchttürme“ (zum Beispiel besonders erfolgreiche Schulen, Gesundheitsversorgungskonzepte o.ä.) die aufgrund ihrer Einmaligkeit (Nicht-Vergleichbarkeit) nicht berücksichtigt werden können. Eine eingehende Untersuchung auf Kreisebene war weder der Anspruch, noch die Aufgabe oder das Ziel der Deutschland-Studie, da hier vor allem die Vergleichbarkeit auf Kreisebene im Vordergrund stand. Um tiefergehende, umfassende Aussagen für einzelne Lebensbereiche in einzelnen Regionen zu treffen, bedürfte es also weitergehender Untersuchungen.

 

Methodik – Wie wurde das Ergebnis ermittelt?

» Welcher Ansatz wurde gewählt?

Das ZDF hat das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos mit der Durchführung eines Rankings aller 401 Regionen beauftragt. Es wurde ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistisch erfassten Daten basiert. Befragungen von und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern zur Ermittlung der subjektiven Einschätzungen sind für die Bewertung der Regionen bewusst nicht vorgenommen worden. Betrachtet wurden nur die äußeren Lebensumstände in der Region. Damit sind die Ergebnisse unabhängig von Stimmungen und Meinungen der Bevölkerung. Stattdessen zählen unabhängige Statistiken, wie beispielsweise Sonnenstunden, Ärztedichte oder die Arbeitslosenquote. Aufgrund des gewählten Ansatzes kann die Studie eine sinnvolle Ergänzung in der Debatte über Lebensqualität in Deutschland darstellen; das Bild um eine weitere Perspektive ergänzen.

» Wie sind Sie vorgegangen?

Bei der Prognos AG haben sich zehn Forscher – darunter Regionalwissenschaftler, Volkswirte und Politologen – ein Jahr lang mit dem Thema beschäftigt. Zunächst wurden Indikatoren zur Messbarkeit guter Lebensumstände recherchiert. Der Anspruch war dabei auf objektive, qualitativ hochwertige Daten zurückzugreifen. Um das Anforderungskriterium der Vergleichbarkeit zu erfüllen, wurden nur Daten gewählt, die für jeden Kreis und jede Stadt in Deutschland aktuell vorliegen. Anschließend wurden die Daten geprüft und ausgewertet. Insgesamt wurden 53 Indikatoren ausgemacht, darunter so unterschiedliche Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Erholungsflächen, Kinderbetreuung, Kulturangebot, Wahlbeteiligung, Gesundheitsversorgung und Sonnenstunden. Alle 53 Indikatoren wurden ausgewertet. Anschließend wurden sie in drei Themenbereiche eingeteilt, die gleichwertig in die Endwertung einfließen – „Arbeit & Wohnen“ (16 Indikatoren), „Gesundheit & Sicherheit“ (17 Indikatoren), „Freizeit & Natur“ (20 Indikatoren). In jedem der drei Bereiche konnte eine Höchstzahl von 100 Punkten erreicht werden. Jedem Wert eines Indikators wurde dabei eine Punktzahl zwischen 1 und 10 Punkten zugeordnet. Zusätzlich erhielt jeder Indikator eine Gewichtung gemäß seiner Bedeutung für die Rahmenbedingungen für Lebensqualität.

» Wie setzen sich die Ergebnisse zusammen?

Jeder der 401 bewerteten Kreise und Städte kann in der Studie maximal 300 Punkte erreichen, nämlich 100 Punkte pro Bereich. Die drei Bereiche heißen: „Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“ sowie „Freizeit & Natur“. Die Höchstpunktzahl beträgt – theoretisch – 300 Punkte, die niedrigste Punktzahl null Punkte. Praktisch jedoch erreichte der beste Rang (Stadt München) 207 Punkte, der unterste Rang (Stadt Gelsenkirchen) 109 Punkte.

» Wie funktioniert die Punktevergabe?

Jedem der drei Bereiche sind Indikatoren zugeordnet, die den jeweiligen Themenbereich konkretisieren. Die Ergebnisse im Bereich „Arbeit & Wohnen“ setzen sich aus 16 verschiedenen Indikatoren zusammen, der Bereich „Gesundheit & Sicherheit“ besteht aus 17 Faktoren und der Bereich „Freizeit & Natur“ aus 20 Faktoren. Hinter jedem der insgesamt 53 Indikatoren stehen wiederum entsprechende Werte, z. B. Arbeitslosenquote oder Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation (dies sind 2 von 16 Indikatoren aus dem Bereich „Arbeit & Wohnen). Weiterhin sind die Forscher wie folgt vorgegangen: Um die einzelnen Werte beurteilen zu können, bedarf es einer Kategorisierung. Diese Kategorisierung erfolgt auf Basis der Einteilung in eine 10er-Skala. Jedem Wert in einer Kategorie wird also eine entsprechende Punktzahl zwischen 1 und 10 Punkten zugeordnet. Die Grenzen werden dabei anhand clusteranalytischer Verfahren definiert. Die Gruppenbildung wird entweder auf Basis natürlicher Grenzen vorgenommen oder die Klassengrenzen werden in Anlehnung an das Ward-Verfahren gebildet. So werden beispielsweise bei der Arbeitslosenquote zehn Gruppen gebildet, die jeweils 1,5 Prozentpunkte auseinander liegen. Die höchste Bewertung von 10 Punkten erhält ein Kreis, wenn seine Arbeitslosenquote unter 1,5 Prozent liegt, 9 Punkte für 1,6 bis 3,0 Prozent, 8 Punkte für 3,1 bis 4,5 Prozent und so weiter bis zu 1 Punkt für eine Arbeitslosenquote von über 13,5 Prozent.

» Wie wurden die einzelnen Indikatoren gewichtet?

Je Themenbereich („Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“, „Freizeit & Natur“) lassen sich maximal 100 Punkte erzielen. Da jedoch mehr als zehn Indikatoren je Themenbereich eingeflossen sind, werden die Indikatoren bzw. ihre Punktzahl gewichtet. Je nach der relativen Bedeutung eines einzelnen Indikators für den Themenbereich, wird eine unterschiedliche Gewichtung zwischen 0,125 und 1 (12,5 Prozent bis 100 Prozent) durch Rating angesetzt. Hierbei wird die Gesamtpunktzahl (100 Punkte je Themenbereich) auf die einzelnen Indikatoren – je nach ihrer Bedeutung – verteilt (point allocation). Besonders wichtige Indikatoren gehen mit 100 Prozent in die Wertung ein. Wenn ein Kreis also etwa aufgrund seiner besonders geringen Arbeitslosenquote die Höchstwertung von 10 Punkten erhält, so erhält er im Bereich „Arbeit & Wohnen“ 10 Punkte angerechnet. Der Schuldenstand öffentlicher Haushalte je Einwohner geht dagegen nur mit 50 Prozent in die Bewertung mit ein. Wer hier die volle Punktzahl von 10 Punkten erzielt, bekommt dafür in der Zusammenführung im Bereich „Arbeit und Wohnen“ 5 Punkte (10 Punkte x 50 Prozent) angerechnet. Einem Kreis, der bei allen 16 Indikatoren des Bereichs „Arbeit & Wohnen“ jeweils die höchste Punktzahl von 10 Punkten erhielte, würden in diesem Themenbereich demzufolge 100 Punkte angerechnet werden.

» Was bedeutet Gewichtung?

Stellen Sie sich vor, Sie backen einen Kuchen und nehmen dazu 500 Gramm Mehl, 300 Gramm Zucker und 200 Gramm Butter. Am Ende wird Ihr Teig 1000 Gramm wiegen. Für das Endgewicht ist das Mehl am bedeutendsten. So ähnlich wird mit den einzelnen Indikatoren bei der Deutschland-Studie verfahren. Sie fließen mit einer unterschiedlichen Gewichtung in die Endwertung ein.
Das „Gewicht“, das einem der 53 Indikatoren zugesprochen wird, entscheidet darüber, wie wichtig dieser Indikator – beispielsweise die Arbeitslosenquote – für die Endwertung ist. Jedem Indikator, wird entsprechend des Werts, den eine Region in diesem Bereich erreicht – beispielsweise eine niedrige Arbeitslosenquote von 3 Prozent – eine Punktzahl zugesprochen. Die Gewichtung entscheidet darüber, wie wichtig die Punktzahl in einem Bereich für die Endwertung ist. Wenn jedem Indikator die gleiche Bedeutung beigemessen würde, würden alle Indikatoren mit 100 Prozent gewichtet werden. Dann wöge der Indikator „Dichte an Reha-Kliniken“ genauso schwer wie die Mietpreise. Einige Aspekte erscheinen jedoch bedeutender für die Lebensqualität als andere, weshalb Gewichtungen zwischen 12,5 Prozent und 100 Prozent gewählt wurden.

» Wie genau wurden die Gewichte der einzelnen Indikatoren gewählt?

Für das Deutschland-Studie-Ranking wurden die Gewichte abhängig von der Bedeutung des Teilaspektes der regionalen Lebensumstände und der verfügbaren Anzahl unterschiedlicher Teilindikatoren, die einen Teilaspekt abbilden, gewählt. So erhalten zum Beispiel die Indikatoren Arbeitslosigkeit (W1), Kaufkraft (W4), Ärztedichte (G3) oder die Bevölkerungsentwicklung (W16) jeweils ein Gewicht von 100 Prozent, da sie für die Beschreibung des Teilaspektes, für den sie stehen (Arbeitsplatzangebot (W1), Wohlstand (W4), Gesundheitsversorgung (G3), Attraktivität als Wohnstandort (W16)), eine große Bedeutung haben. Die Einzelindikatoren Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation (W5), Mietpreis-Einkommens-Relation (W9) und Wohnfläche je Einwohner in m² (W10), die zusammen den Teilaspekt Wohnkosten- und Flächen bilden, werden hingegen nur mit jeweils 33,3 Prozent gewichtet, da sie für sich genommen eine geringere Bedeutung für die Erfassung dieses Teilaspektes haben. Die Gewichtung der einzelnen Indikatoren findet sich unter der Kategorie "Indikatoren".

» Warum wurde so und nicht anders gewichtet?

Zugegeben: Das Ergebnis könnte aus einem individuellen Blickwinkel heraus auch anders gewichtet werden, je nachdem was für den eigenen Lebensentwurf besonders bedeutend ist. Für einen Single ohne Familie und Kinderwunsch ist Kinderbetreuung meist unwichtig. Als älterer Mensch schaut man vielleicht etwas mehr auf die Versorgung und würde Indikatoren aus der Kategorie „Gesundheit“ höher gewichten. Hier kommen also sehr stark die persönlichen Lebensstile, -phasen und individuellen Präferenzen ins Spiel. Diese wurden jedoch in der Studie bewusst nicht betrachtet – denn die wichtigste Anforderung für die Studie war eine einheitliche Vergleichbarkeit aller 401 Kreise und Städte mit einem zentralen Ranking.

» Wie fand die Auswahl der Indikatoren statt?

Bei der Suche nach den richtigen Indikatoren stand die Frage im Mittelpunkt, was den meisten Menschen wichtig ist, wenn sie ihre äußeren Lebensumstände beurteilen. Die Herleitung wurde über verschiedene Studien zu Lebenszufriedenheit und Glück vorgenommen. Dabei wurde stets abgeglichen, inwiefern valide Daten auf Kreisebene erhältlich sind. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Umfragen und Studien. Die Lebensumstände wurden für die Deutschland-Studie dann in drei Themengebiete unterteilt: Arbeit & Wohnen; Gesundheit & Sicherheit; Freizeit & Natur.

» Warum diese Indikatoren?

Mit dem Anspruch qualitativ hochwertige und belastbare Daten auszuwerten, die zusätzlich flächendeckend für alle 401 Kreise und kreisfreie Städte Deutschlands vorhanden sein müssen, wurden für die Deutschland-Studie mögliche Kriterien für die Bewertung der Lebensumstände in Deutschlands Regionen recherchiert. Erläuterungen zur Auswahl jedes einzelnen Indikators finden Sie hier: » Indikatoren

» Sind die Zahlen denn belastbar?

Beim Recherchieren und Auswählen der Indikatoren, also jener Daten, die der Messung eines bestimmten Teilaspektes dienen, wurden nur aussagekräftige Statistiken aus wissenschaftlich arbeitenden, glaubwürdigen Quellen auf nationaler und internationaler Ebene verwendet. Darunter beispielsweise die Kriminalstatistik, das Ärzteregister, Daten des Stifterverbands der deutschen Wissenschaft und Statistiken von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Umweltbundesamt. Siehe auch: FAQ "Aus welchen Quellen stammen die Daten"

» Welche Daten wurden ausgewertet?

Es werden verschiedene Lebensumstände adressiert, daher werden sehr verschiedene Aspekte wie beispielsweise Arbeitsstunden, Einkommen, Arbeitslosigkeit, Vermögen oder Betreuungsmöglichkeiten gemessen. Weitere Bereiche, die direkten Einfluss auf die persönliche Lebensqualität haben, sind Aspekte zu Bildung und Gesundheit, wie beispielsweise die Luftqualität oder Raucherquoten. Hinzu kommen lokale und regionale Faktoren zur Attraktivität von Räumen. Hierzu zählen Aspekte wie die Wohnsituation, Sicherheit, Mobilität/Erreichbarkeit und die Infrastruktur (technisch, sozial, kulturell, freizeitorientiert) oder die umgebende Landschaft, aber auch Bereiche wie das Engagement der Bevölkerung oder die politisch-demokratische Partizipation. Eine Übersicht aller herangezogenen Daten und der Quellen finden Sie » hier.

» Welche Indikatoren/Aspekte konnten nicht berücksichtigt werden?

In einem intensiven Auswahlprozess wurden nur die nach den Anforderungen besten Indikatoren ausgewählt. Eine der wichtigsten Anforderungen war die Vergleichbarkeit aller 401 Kreise und Städte. Die Daten mussten also für jeden Kreis bzw. jede Stadt vorliegen. Einige Indikatoren waren jedoch nicht flächendeckend für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte verfügbar. Dazu gehören beispielsweise viele wichtige Bildungsindikatoren (wie erteilte Unterrichtsstunden je Schüler). Auch einige Gesundheitsindikatoren (wie Zahlen zu schweren Erkrankungen) waren nicht flächendeckend auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte zu bekommen. Andere Daten wiederum waren nicht aktuell genug, da sie einen Zeitpunkt messen, der mehrere Jahre zurück liegt (beispielsweise die Depressionsdiagnosen, zuletzt aus dem Jahr 2011, die zudem nicht auf der Kreisebene vorliegen). Im Ergebnis erfüllten 53 sozioökonomische Indikatoren die Anforderungen und wurden für die Bewertung der Regionen ausgewertet. Stichtag („Datenschluss“) war der 1. Januar 2018.

» Aus welchen Quellen stammen die Daten?

Der Ansatz der Studie ist, auf objektive, qualitativ hochwertige Daten zurückzugreifen, die zudem flächendeckend für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands vorhanden sind. Beim Recherchieren und Auswählen der Indikatoren, also jener Daten, die der Messung eines bestimmten Teilaspektes dienen, wurden nur aussagekräftige Statistiken aus wissenschaftlich arbeitenden, glaubwürdigen Quellen auf nationaler und internationaler Ebene verwendet. Dies sind beispielsweise Statistiken von der Bundesagentur für Arbeit, die Kriminalitätsstatistik, das Ärzteregister, Schulstatistiken und das Umweltbundesamt. Die Daten zur Luftqualität wurden exklusiv vom Umweltbundesamt für die Prognos AG berechnet. Darüber hinaus wurden auch öffentlich zugängliche aber kostenpflichtige Daten von anerkannten Institutionen verwendet –  etwa vom Stifterverband der deutschen Wissenschaft. Bei allen Daten wurde auf die Aktualität geachtet. Alle Quellen sind öffentlich einsehbar.

» Warum wurden keine Befragungen vorgenommen?

Das Ziel der Studie ist es, die äußeren Rahmenbedingungen für ein gutes Leben zu bewerten und nicht zu untersuchen, in welchen Regionen Deutschlands die Menschen am glücklichsten sind. Siehe hierzu auch: » FAQ „Welcher Ansatz wurde gewählt?“

» Ich fühle mich in meiner Region doch sauwohl. Warum schneidet meine Region trotzdem so schlecht ab?

Subjektive Wünsche und unterschiedliche Ansprüche des Einzelnen werden in der Deutschland-Studie ausdrücklich nicht erfasst. So bleibt beispielsweise unberücksichtigt, dass manche Menschen per se ein Leben auf dem Land oder in der Stadt vorziehen. Auch persönliche Umstände wie Mentalität, Heimatgefühl sowie „glückliche“ oder „unglückliche“ Ereignisse wie Familiengründung, Freundschaften auf der einen, Jobverlust, Scheidung, ernsthafte Erkrankung auf der anderen Seite sind mit der herangezogenen Methode nicht messbar. Negative persönliche Umstände können sich trotz positiver Rahmenbedingungen auf die subjektive Bewertung der eigenen Lebensqualität und des Umfeldes auswirken. Umgekehrt können positive Ereignisse, die eigene Lebenseinstellung, Mentalität oder Gesundheit und Wohlstand die Wahrnehmung positiv beeinflussen.
Dennoch liegt der Deutschland-Studie der Ansatz zugrunde, den Blickwinkel der Menschen einzunehmen. Es sollen die Lebensumstände in jenen Bereichen gemessen werden, die den Menschen in der Regel grundsätzlich wichtig sind, wenn es um Lebensqualität geht. Hier orientiert sich die Studie an den Grundbedürfnissen des Menschen: Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Arbeit, Sicherheit, Freizeit und Erholung.
Obwohl Lebensqualität für jeden Menschen etwas anderes bedeutet, gibt es messbare Faktoren, die für besonders viele Menschen von besonders hoher Bedeutung und für das Wohlbefinden wichtig sind.

» Welche Aussagekraft hat die Studie? / Was macht die Studie einzigartig?

Die Deutschland-Studie ist die erste Studie, die sich der Frage der Lebensumstände in Deutschland derart umfassend im Rahmen eines Rankings gestellt hat. Zum einen wurden tatsächlich alle Landkreise und kreisfreien Städte untersucht – das sind 401 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland. Zum anderen grenzt sich die Studie durch die vielen berücksichtigten Lebensbereiche und die Anzahl der Indikatoren (53) von anderen Studien ab. Viele andere Rankings beziehen nur einen Aspekt von Lebensumständen mit ein (z. B. Wohnen, wirtschaftlicher Wohlstand). Darüber hinaus weist die Studie ein hohes Maß an methodischer Transparenz auf. Für jedes Kriterium und jede Region ist der jeweilige Wert so wie auch die Quelle öffentlich einsehbar. Das ermöglicht es, jeden einzelnen Indikator und das Ergebnis für jede Region nachzuvollziehen.

» Welche ähnlichen Studien gibt es und welche Ergebnisse haben andere Rankings im Unterschied zum ZDF-Ranking hervorgebracht?

Bisherige Rankings zur Lebensqualität sind häufig international oder richten ihren Fokus auf ausgewählte Städte Deutschlands. Keine Studie hat in den vergangenen 20 Jahren flächendeckend die Rahmenbedingungen für Lebensqualität auf Kreisebene untersucht.

Einige Links zu Studien und Untersuchungen, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Lebensqualität und Lebenszufriedenheit auseinandersetzen:

» Innerhalb von großen Landkreisen kann es doch erhebliche Unterschiede geben – wie wurde das berücksichtigt?

Die Ebene der Landkreise ist die unterste Ebene, auf der eine ausreichende Datenbasis für die Bewertungen im Rahmen der Deutschland-Studie vorliegt. Räumliche Unterschiede innerhalb von größeren Flächenkreisen, wie beispielsweise im Kreis Paderborn zwischen der Großstadt Paderborn und der Stadt Lichtenau (Westfalen) oder dem östlichen und dem westlichen Kreisgebiet innerhalb des Kreises Biberach können dabei nicht berücksichtigt werden. Grundlage der Bewertung bildet somit der jeweilige Durchschnittswert für einen Kreis.

» Warum Punkte und nicht nur Ränge?

Die Rangplätze allein haben nur eine begrenzte Aussagekraft. Das Ganze ist ein wenig wie in der Bundesliga: Um beurteilen zu können, ob ein Verein noch einen guten Platz erreichen könnte, lohnt es sich nicht nur die Platzierung, sondern auch die Punktwerte anzusehen. Auch in der Deutschland-Studie liegen einige Städte und Kreise sehr dicht beieinander. Zum Beispiel unterscheidet sich die Punktzahl der Region auf Rang 150 und der Region auf Rang 300 gerade einmal um rund 17 Punkte (Stadt Aschaffenburg und Landkreis Limburg-Weilburg).

» Einige Zahlen hat Prognos auf Kreisebene erhoben, die vorher noch nie in Studien berücksichtigt wurden. Welche sind das?

In der ZDF Deutschland-Studie finden sich einige Daten, die als aktuelle, flächendeckende Daten für alle 401 Regionen erstmals so vorliegen. Dazu gehören:
•    Feinstaub-Jahresmittelwerte
•    Ozonbelastung
•    Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte
•    Verhältnis der Abfälle pro Haushalt zu deren Konsumausgaben
•    Sonnenstunden pro Jahr
•    Vereine je 1.000 Einwohner
•    Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung
•    Besucher klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung

Weitere Indikatoren wurden für die ZDF Deutschland-Studie exklusiv von Prognos gebildet oder mit hohem Aufwand recherchiert. In der Regel handelt es sich um kostenpflichtige Sonderauswertungen von öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Statistiken, die nur für den Zweck der Deutschland-Studie in Auftrag gegeben bzw. durchgeführt wurden.

 

» Ich wohne an der Grenze von zwei Regionen / gleich hinter der Stadtgrenze. Für mich ist beides gleich nah. Ist die Einteilung in Gebietsgrenzen sinnvoll?

Glückwunsch, Sie können beide Kreise zusammenzählen :-). Sie haben im Idealfall das „Beste aus beiden Welten“ an Ihrem Wohnort. Zur Methodik ist zu sagen: Irgendwo muss man Grenzen ziehen, wenn man Regionen vergleichen will. Irgendjemand wohnt dann immer nahe der Grenze und kann die Vorteile beider Gebiete genießen. Das gilt für jede Größe, ob man die Grenze nun um einzelne Stadtviertel, um Städte, Bundesländer oder Staaten zieht.

Fragen zu den Ergebnissen der Studie

» Wo lebt es sich besser? Auf dem Land oder in der Stadt?

Die Deutschland-Studie hat keine großen Unterschiede zwischen der Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land gefunden. Auf den vordersten Plätzen finden sich Städte wie Heidelberg, Ulm und Regensburg, aber auch Landkreise wie die Südliche Weinstraße oder die Kreise im Voralpenraum. Städtische Räume erreichen im Schnitt 167 Punkte, ländliche Räume 166 Punkte. Der Unterschied ist also sehr gering. Wie in vielen anderen Bereichen hängt es von den persönlichen Vorlieben ab, wo man sich wohler fühlt. Der eine schätzt die Freizeitmöglichkeiten und guten Versorgungsmöglichkeiten in der Stadt, der andere die Ruhe und die gute Luft auf dem Land.

» Welche Regionen in Deutschland sind stark und welche schwach?

Ganz vorn geht es sehr knapp zu. Die Stadt München gewinnt, aber nur mit knappem Vorsprung vor einigen anderen Großstädten, wie zum Beispiel Heidelberg, Ulm, Regensburg. Die besten Lebensumstände finden sich in den Regionen Bayerns und Baden-Württembergs. Unter den ersten 100 Rangplätzen sind 73 Kreise und kreisfreie Städte aus den beiden süddeutschen Bundesländern. Vor allem in oberbayrischen Städten sind laut der Deutschland-Studie die Rahmenbedingungen sehr gut. In Städten, die mit dem Strukturwandel zu kämpfen haben, weht der Wind dagegen etwas rauer. Dazu gehören beispielsweise Städte im nördlichen Ruhrgebiet (Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen), Bremerhaven und Salzgitter. Auch am Ende der Liste geht es knapp zu. Die letzten beiden – Gelsenkirchen und Herne – liegen sehr nah beieinander. Schwierig sind die Lebensumstände auch in besonders ländlichen Regionen, die weit entfernt von der nächsten (Groß)Stadt liegen. Von dort ziehen viele Menschen weg.

» Wie sind die Lebensverhältnisse auf dem Land?

Die Lebensverhältnisse auf dem Land sind nicht per se besser oder schlechter als in den Städten. Vielfach ist die Luft dort besser, die Nähe zur Natur bedingt mehr Ruhe und außerdem gibt es auf dem Land tendenziell weniger Verbrechen und weniger Wohnungseinbrüche. Allerdings ist auch zu erkennen, dass in besonders ländlichen Kreisen, die weit von Großstädten entfernt sind, schwierige Lebensumstände anzutreffen sind. Das liegt auch daran, dass es dort häufig nicht so viele Arbeitsplätze gibt. Diese Regionen sind oft von Bevölkerungsabwanderung betroffen. Wenn zusätzlich kaum Tourismus entwickelt ist, wird es tendenziell immer unwirtschaftlicher, die Versorgung mit Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Dann kann sich eine gefährliche Dynamik entwickeln, in der Abwanderung zu schlechterer Versorgung führt, die wiederum mehr Abwanderung nach sich zieht. Die schwierigsten Lebensumstände finden sich jedoch in vom industriellen Strukturwandel stark betroffenen Großstädten.

» Gibt es eine Region mit voller Punktzahl im Ranking?

Nein. Selbst in München, das 207 von 300 Punkten erreicht, ist nicht alles Gold, was bei reiner Rangbetrachtung glänzt. Bis zum Optimum von 300 Punkten gibt es noch viele Verbesserungsmöglichkeiten. Im Falle Münchens sind dies u. a. die Luft, Kitaplätze, Mietpreise und Altersarmut.

» Gibt es eine Region mit 0 Punkten im Ranking? Wieso nicht?

0 Punkte können schon deshalb nicht erreicht werden, weil die niedrigste Wertung in jedem Bereich ein Punkt ist. Die niedrigste zu erreichende Punktzahl wären 30 Punkte. Diese Punktzahl würde bedeuten, dass eine Region in allen Bereichen die niedrigste Punktzahl zugesprochen bekommen hat: also die Arbeitslosenquote extrem schlecht ist, fast keine Grünflächen vorhanden sind, die Luftqualität zum Ersticken ist usw. Glücklicherweise gibt es keine Region, bei der das alles der Fall ist.

» Wer sind die größten Absteiger?

Diese Frage konnte nicht beantwortet werden, da die Daten nur zum jeweils aktuellsten Zeitpunkt erhoben wurden. Die Daten wurden also nicht über eine längere Zeit, sondern nur zu einem Zeitpunkt erhoben, deswegen können keine Ergebnisse aus unterschiedlichen Jahren miteinander verglichen werden.

» Wer sind die größten Aufsteiger?

siehe Antwort auf die Frage „Wer sind die größten Absteiger“

» Wie groß ist der Abstand zwischen Verlierern und Gewinnern?

Die höchste Punktzahl erreicht die Stadt München mit 207 von 300 Punkten. Der letzte und erste liegen also nicht wahnsinnig weit auseinander – rund 100 Punkte. Die Schlussgruppe bilden Duisburg (114 Punkte), Herne (112 Punkte) und Gelsenkirchen (109 Punkte). Zwischen diesen drei Städten liegen nur wenige Punkte. Man kann also nicht sagen, dass ein Kreis abgeschlagen auf dem letzten Platz liegen würde.

» Wie unterschiedlich sind die Lebensverhältnisse in Deutschland?

Die Spannweite zwischen den einzelnen Ergebnissen ist insgesamt eher gering. Zwischen den vordersten und den hinteren Plätzen liegen etwa 100 Punkte. Der letzte in der Rangliste (Gelsenkirchen) hat 109 Punkte, der erste (München) 207 Punkte. Alles in allem ist es ähnlich wie häufig in der Fußballbundesliga. Es gibt ein sehr großes und eng beieinanderliegendes Mittelfeld. Aber selbst bei eng beieinander liegenden Regionen mit gleicher oder ähnlicher Punktzahl gibt es große Unterschiede, da die Punktzahl jeweils ganz anders erreicht werden kann. Die eine Region ist vielleicht stark bei den Freizeitmöglichkeiten, aber weniger stark im Bereich „Arbeit & Wohnen“ Eine andere Region verzeichnet in diesem Bereich wiederum viele Punkte, schneidet dafür aber bei „Gesundheit & Sicherheit“ schlechter ab. Beide können trotzdem auf dieselbe oder eine ähnliche Punktzahl kommen.
Häufig weisen Städte einen guten Arbeitsmarkt auf, während gutes Abschneiden von Landkreisen in vielen Fällen etwas mit Freizeit und Natur zu tun hat. Ländliche Kreise in der Nähe von Städten oder solche, die Touristen anziehen, haben häufig ein überdurchschnittliches Kulturangebot und eine ebenso gute Gesundheitsversorgung.

 

» Gibt es große regionale Unterschiede?

Die Unterschiede zwischen Ost und West sind geringer als die Unterschiede zwischen Nord und Süd. Die Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichen zusammengenommen im Durchschnitt 177 Punkte, Regionen in NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nur 152. Das sind stolze 25 Punkte Unterschied. Der Unterschied zwischen Ost und West beträgt hingegen nur 3 Punkte: Berlin und die ostdeutschen Bundesländer erreichen zusammengenommen durchschnittlich 164 Punkte, die anderen Regionen Deutschlands 167 Punkte.

» Wie schneidet der Osten im Vergleich zum Westen ab?

Die Unterschiede zwischen Ost und West sind geringer als die Unterschiede zwischen Nord und Süd. Die Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichen zusammengenommen im Durchschnitt 177 Punkte, Regionen in NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nur 152. Das sind stolze 25 Punkte Unterschied. Der Unterschied zwischen Ost und West beträgt hingegen nur 3 Punkte: Berlin und die ostdeutschen Bundesländer erreichen zusammengenommen durchschnittlich 164 Punkte, die anderen Regionen Deutschlands 167 Punkte.

» Warum belegt Gelsenkirchen den letzten Platz?

Bedingt durch den Strukturwandel hat Gelsenkirchen wie andere Städte im nördlichen Ruhrgebiet Probleme, genügend Arbeitsplätze anzubieten. Dementsprechend sind auch die Sozialindikatoren in Gelsenkirchen besonders problematisch, so gibt es zum Beispiel eine hohe Arbeitslosenquote, viele Bedarfsempfänger und eine hohe Kinderarmut. Diese zwei Punkte – Jobs und soziale Faktoren – beeinflussen auch andere wichtige Faktoren wie die Kaufkraft. Man sollte aber nicht vergessen: Gelsenkirchen hat nicht null Punkte erreicht, sondern sehr viel mehr, nämlich stolze 109. Das heißt, die Stadt hat durchaus viel zu bieten! Genauso wie in München (Rang 1 mit 207 Punkten) nicht alles glänzt, ist in Gelsenkirchen nicht alles schlecht. Im Gegenteil! Die Ruhrgebietsstadt profitiert zum Beispiel davon, dass die Mieten relativ niedrig sind. Darüber hinaus hat Gelsenkirchen wie viele andere Großstädte ein attraktives Kulturangebot.

» Warum erreicht München Platz 1?

München punktet bei sehr vielen der insgesamt 53 Indikatoren. Die Stadt liegt nicht bei jedem einzelnen Indikator vorn, ist aber fast überall sehr gut. Zum Beispiel verfügt München über eine sehr gute Arbeitsmarktsituation. Es gibt dort gute Beschäftigungsmöglichkeiten und hohe Einkommen, die den Menschen dann ermöglichen auch das Kulturangebot in München zu nutzen. München liegt in Oberbayern, und dort gibt es interessante Freizeitangebote. Diese Faktoren spielen alle zusammen.

» Gibt es Überraschungen unter den Top 10?

Ansichtssache! Wer glaubte, nur Städte seien vorn mit dabei, ist vermutlich selbst Städte-Liebhaber und kann sich ein Leben auf dem Land nicht vorstellen. Wer glaubte, nur die landschaftlich schönsten Regionen würden sich hier wiederfinden, irrt ebenso! Auch der Osten ist wesentlich besser, als der eine oder andere glauben mag. Es zeigt sich große Vielfalt in den Top 10.

» Wie schneidet das Ruhrgebiet ab?

Viele Städte im Ruhrgebiet sind in besonderer Weise vom Strukturwandel betroffen. Dort war der Standort der alten Industrien, die viele Menschen beschäftigt haben. Den Städten im Ruhrgebiet geht es seit vielen Jahren nicht gut und deswegen müssen diese Städte die größten Herausforderungen meistern. Das Ruhrgebiet ist auch weiterhin in einem extremen Wandel. Insofern eröffnen sich dort Perspektiven, weil etwas Neues entstehen kann. Aber der Weg dorthin ist lang und er wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Gut, dass „tief im Westen“ traditionell viele Menschen mit Herz und Verstand leben, die zudem ihrer Region trotz einiger Widrigkeiten die Treue halten.

» Wie punkten die Ostregionen?

Die meisten ostdeutschen Regionen punkten vor allem im Bereich „Natur & Freizeit“. Für das gute Abschneiden vieler ostdeutscher Regionen sorgen unter anderem die positiven Rahmenbedingungen bei der Kinderbetreuung. Auch können viele Kreise und Städte im Osten mit geringeren Gehaltsunterschieden aufwarten als viele Westregionen.

» Wie schneiden die ostdeutschen Großstädte ab?

Ostdeutsche Großstädte schneiden im Vergleich etwas besser ab als westdeutsche Großstädte. Die zehn ostdeutschen Großstädte erreichen einen Mittelwert von 180 Punkten. Die 56 westdeutschen Großstädte (nur kreisfreie Großstädte) erreichen einen Mittelwert von 162 Punkten.

» Wie knapp war das Rennen?

Sehr knapp. Alle Regionen liegen zwischen 207 und 109 Punkten. Keine Region hat die Maximalpunktzahl von 300 erreicht, keine Region geht leer aus. Es gibt auch ein sehr dichtes Mittelfeld. Teilweise machen 20 Punkte mehr oder weniger 100 oder 200 Ränge aus.

» Wo lebt es sich besser? Auf dem Land oder in der Stadt?

Die Deutschland-Studie konnte keine großen Unterschiede zwischen dem Gesamtniveau der Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land feststellen. Beide Lbenesräume haben unterschiedliche Stärken und erreichen somit teilweise hohe Punktzahlen. Meist punkten sie dabei aber in ganz unterschiedlichen Bereichen, zum Beispiel Luftqualität (Land) oder Kulturangebot (Stadt). Auf den vordersten Plätzen im Ranking findet sich beides: Städte wie Heidelberg, Ulm und Regensburg, aber auch Landkreise wie die Südliche Weinstraße oder die Kreise im Voralpenraum. Städtische Räume erreichen im Schnitt 167 Punkte, ländliche Räume 166 Punkte. Der Unterschied ist also sehr gering. Wie in vielen anderen Bereichen, ist es von den persönlichen Vorlieben abhängig, wo man sich wohler fühlt. Der eine schätzt die Freizeitmöglichkeiten und guten Versorgungsmöglichkeiten in der Stadt, der andere die Ruhe und die gute Luft auf dem Land.

» Was eint die Kreise und Städte am Ende des Tableaus?

Die schwierigsten Lebensumstände finden sich in vom industriellen Strukturwandel stark betroffenen Großstädten. In diese Gruppe fallen beispielsweise alle Städte und Kreise, die eine Gesamtpunktzahl von weniger als 130 Punkten erreichen. Hier kommen in der Regel schwierige Umstände sowohl im Bereich Arbeit, Wohnen, Wohlstand als auch im Bereich Gesundheit & Sicherheit zusammen. Eine weitere Gruppe, die eher ungünstige Lebensumstände aufweist, sind die schrumpfenden abgelegenen ländlichen Kreise.

Fragen zu den einzelnen Indikatoren

» Einige Indikatoren gehen in eine sehr ähnliche Richtung, werden diese Aspekte dadurch nicht doppelt gewertet?

Es stimmt, dass ähnliche Indikatoren einem gleichen Sachverhalt – wie etwa Armut – mehr Gewicht verleihen. Diese Wirkung ist durchaus gewollt. Ein Beispiel: Zusätzlich zur Arbeitslosenquote wurde auch der Anteil der Einwohner in Bedarfsgemeinschaften aufgenommen, obwohl es Überschneidungen gibt. Da Arbeit und Armutsgefährdung jedoch einen großen Einfluss auf die Lebensqualität eines Menschen haben, flossen beide Indikatoren in die Bewertung mit ein. In anderen Fällen ist es umgekehrt: Es wurden zwar viele ähnliche Indikatoren gewählt, aber diese wurden gering gewichtet. Beispielsweise wurden bewusst sowohl Erholungsflächen, Waldflächen, naturnahe Flächen und Wasserflächen berücksichtigt. Um den Aspekt Natur- und Erholungsflächen nicht vierfach und somit überzubewerten, wurden die einzelnen Indikatoren mit einem niedrigen Gewichtungsfaktor versehen.

» Was hat die Arbeitslosenquote mit Lebensqualität zu tun?

Arbeit wirkt sich auf die Zufriedenheit der Menschen aus. Wer arbeitet bekommt dafür Anerkennung. Eine als sinnvoll empfundene Tätigkeit kann außerdem Quelle eines erfüllten Lebens sein. Für die Deutschlandstudie werden als Bezugspunkt der Arbeitslosenquote die zivilen Erwerbspersonen herangezogen. Diese bilden das Arbeitskräfteangebot ab (Erwerbstätige + Arbeitslose).

» Warum wurde der Indikator Arbeitsstunden je Erwerbstätigem in die Studie aufgenommen?

Der Indikator sagt aus, wie viel die Menschen in einer Region arbeiten. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist wichtig für ein erfülltes Leben. In der Studie spielt daher das Arbeitsvolumen eine Rolle. Es umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer oder als Selbstständige auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeiten ausüben. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden (beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit sowie Pausen und Pendlerzeiten).

» Was sagen die durchschnittlichen Pendlerdistanzen aus?

Lange Arbeitswege können zu Zeitverlust und Stress führen und wirken sich oft negativ auf die Work-Life-Balance aus. In die Studie fließt daher ein, wie lang der Arbeitsweg ist. Konkret werden die zurückgelegten Strecken von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Arbeitsgemeinde sich von der Wohngemeinde unterscheidet, in Kilometern gemessen.

» Warum geht die Kaufkraft mit in die Deutschlandstudie ein?

Die Kaufkraft gibt Aufschluss darüber, wie viel Geld die Menschen in der Region haben. Sie bezeichnet das verfügbare Einkommen (Nettoeinkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangener Transferleistungen). Somit gibt die Kaufkraft an, wie viel Geld jemandem effektiv zu Verfügung steht. Materieller Wohlstand hat für die meisten Menschen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität.

» Wieso ist der Anteil in Bedarfsgemeinschaften lebender Personen von Bedeutung?

Wie viele Menschen in der Region erhalten finanzielle Hilfe vom Staat? Materieller Wohlstand hat für die meisten Menschen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität. Wer über wenig Mittel verfügt, bekommt Hilfe vom Staat. In die Studie fließt daher ein, wie viele Menschen in Haushalten leben, die finanzielle Unterstützung erhalten. Die Forscher haben ausgewertet: Wie viele Einwohner leben in solchen Bedarfsgemeinschaften? Eine Bedarfsgemeinschaft bezeichnet Personen, die im selben Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften (zum Beispiel eine Familie). Für die Wertung muss mindestens ein Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft erwerbsfähiger Hilfebedürftiger sein und staatliche Transferzahlungen erhalten.

» Was bedeutet „private Schuldner“ konkret?

Sind die Menschen, die hier leben, verschuldet? Schulden schränken das eigene Handlungsfeld und damit die Lebensqualität stark ein. Für die Studie wurden daher die privaten Schuldner in einer Region betrachtet. In die Berechnung gehen Personen mit sogenannten Negativmerkmalen ein (Privatinsolvenz, unstrittige Inkassofälle oder nachhaltige Zahlungsstörungen). Schuldner können die Summe ihrer Zahlungsverpflichtungen nicht begleichen. Ihr Lebensunterhalt kann nicht aus Vermögen oder weiteren Krediten bestritten werden. Dadurch wird die persönliche Freiheit im Sinne (finanzieller) Gestaltungsspielräume stark eingeschränkt.

» Was hat Kinderarmut mit Lebensqualität zu tun?

Für die Studie wurde ausgewertet, wie viele arme Kinder in einer Region leben. Dieser Indikator liefert einen Hinweis auf schlechtere Zukunftschancen. Gemessen wird der Anteil der unter 15-jährigen (nicht erwerbsfähigen) leistungsberechtigten Personen (die in einer Bedarfsgemeinschaft leben) an allen unter 15-Jährigen des Kreises.

» Was bedeutet Altersarmut?

Wie leben alte Menschen? Niemand möchte im Alter arm sein. Für die Studie wurde ausgewertet, wie viele ältere und alte Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Gemessen wurde der Anteil der über 65-Jährigen, die Grundsicherung erhalten, an allen über 65-Jährigen. Dieser Indikator beschreibt eine bedürftigkeitsabhängige Sozialleistung, die älteren bzw. dauerhaft voll erwerbsgeminderten Menschen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts dienen soll. Da jeder fünfte Deutsche älter als 65 Jahre ist, ist diese Zahl auch von Bedeutung für die Anzahl der Armen insgesamt. In den Bereich der Grundsicherung fallen Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, und Personen, die nach dem Sozialgesetzbuch dauerhaft voll erwerbsgemindert sind.

» Was haben die kommunalen Schulden mit Rahmenbedingungen für Lebensqualität zu tun?

Sind die Kommunen verschuldet? Reiche Gemeinden haben weniger Geldsorgen. Wenn hingegen die Schulden der öffentlichen Haushalte hoch sind, besteht in der Regel weniger Gestaltungsspielraum, öffentliche Infrastruktur bereitzustellen. Dies gilt insbesondere für freiwillige Aufgaben wie Freizeiteinrichtungen, beispielsweise Hallen- und Freibäder. Für die Studie wurden daher die Schulden öffentlicher Haushalte ausgewertet. Konkret: Nachweis über Schulden der Gemeinden, die im eigenen Haushalt geführt werden. Schulden von Eigenbetrieben oder anderen verbundenen Einrichtungen mit eigenem Rechnungswesen sind nicht berücksichtigt. (Die Werte für die Stadtstaaten sind anhand einer einfachen „Haushaltszerlegung“ zwischen Land und Kommune geschätzt.)

» Wofür steht der Indikator Lebenserwartung?

Wie alt werden die Menschen in der Region? Die Lebenserwartung ist eng verbunden mit der Gesundheit – einem der wichtigsten Themen für Lebensqualität. Der Indikator gibt die durchschnittliche Lebenserwartung eines weiblichen/männlichen Neugeborenen in Jahren im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 an.

» Wie wurde gemessen, wie teuer das Wohnen in den einzelnen Regionen Deutschlands ist?

Hierfür kamen zwei Indikatoren zum Einsatz. Zum einen die Mietpreis-Einkommens-Relation, die beschreibt, welcher Anteil des monatlichen Einkommens für eine 50 m² große Wohnung durchschnittlich aufgewendet werden müsste, und zum anderen die Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation, die beschreibt, wie hoch die Anzahl der Jahresnettoeinkommen ist, die für den Erwerb einer durchschnittlichen Immobilie aufgewendet werden müsste. Es wurden also nicht nur die regionalen Preise, sondern auch die regional unterschiedlichen Einkommen berücksichtigt.

» Was wird mit der Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation gemessen?

Was kostet ein Haus oder eine Wohnung? „Trautes Heim, Glück allein“ heißt es im Volksmund. Doch ein Heim muss man sich erst einmal leisten können. Daher fließt die Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation mit in die Bewertung ein. Sie gibt die Anzahl der Jahresnettoeinkommen an, die für den Erwerb einer durchschnittlichen Immobilie aufgewendet werden müssen.

» Und was ist mit der Mietpreis-Einkommens-Relation gemeint?

Was kostet das Wohnen zur Miete? Wohnen ist ein zentrales Thema im Leben der meisten Menschen. Wie viel kann ich mir für mein Geld leisten, sind die Mieten bezahlbar? Für die Studie wurde deshalb das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietpreis betrachtet. Dieser Indikator gibt Auskunft über die Höhe der Mietpreise für eine durchschnittliche Wohnung im Verhältnis zum regionalen Durchschnittseinkommen in einem Kreis. Es sind somit Aussagen zu Unterschieden im Mietpreisniveau in den Regionen möglich. Hohe Mieten verringern das Budget. Die derzeitige Diskussion über die Mietpreisbremse zeigt, welche Bedeutung dieses Thema für das tägliche Leben vieler Menschen gerade mit geringen und mittleren Einkommen hat.

» Warum berücksichtigt man die Wohnfläche?

Ist hier überhaupt noch Platz? Gerade mancher Städter bekommt es zu spüren: Es mangelt an Platz, Freiräume sind schwer zu finden. Deshalb geht für die Studie die Wohnfläche je Einwohner in die Wertung ein. Dieser Indikator gibt an, wie viel Wohnfläche je Person im Durchschnitt zur Verfügung steht. Leerstehende Wohnungen sowie Zweitwohnungen werden mitgezählt.

» Warum wird die Schulabbrecherquote für die Bewertung von Lebensqualität herangezogen?

Wie viele Jugendliche bleiben hier ohne Schulabschluss? Den Kindern wünscht man nur das Beste, sie sind die Zukunft einer Region. Eine der wichtigsten Bedingungen für einen gelungenen Start ins selbstständige Leben ist ein Schulabschluss. Eine hohe Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss, deren Aussichten auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz äußerst gering sind, ist hingegen problematisch. Für die Studie wurde daher die Schulabbrecherquote in der Region betrachtet. Denn es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Schulabbrecher geringere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben und die sozialen Sicherheitssysteme stärker in Anspruch nehmen. Aus Sicht der Wirtschaft und der Politik gibt dieser Indikator Hinweise auf ein niedriges regionales Qualifikationspotenzial. An der Quote lässt sich erkennen, in welchem Maße besondere Anstrengungen im Bildungsbereich und zur Arbeitsmarktintegration unternommen werden müssen.

 

» Und warum die Zahl der Schüler je Lehrer?

Gibt es genug Lehrer für die Schüler? Unterricht ist wichtig. Daher wurde für die Studie ausgewertet, wie viele Schülerinnen und Schüler auf eine Lehrerin oder einen Lehrer kommen. Mittels des Indikators Schüler je Lehrer lassen sich Schulsysteme unabhängig davon vergleichen, ob bei ihnen der Fokus auf eine niedrige Klassenfrequenz oder eine hohe Wochenstundenzahl je Klasse gerichtet ist. In der bildungspolitischen Diskussion hat sich deshalb die „Schüler-Lehrer-Relation“ als der am meisten verwendete Indikator für den Grad der Versorgung mit Lehrern durchgesetzt. Dabei werden die Schüler auf die in Vollzeitlehrer-Einheiten umgerechneten Lehrkräfte bezogen. Der Indikator „Schüler je Lehrer“ beschreibt die Versorgung der Schulen mit Lehrerstellen und gibt Anhaltspunkte für die tatsächliche Unterrichtsversorgung.

» Warum sind keine Indikatoren zum Bildungsgrad enthalten?

Ein Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Lebensqualität ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Einige Studien sehen einen positiven Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Lebenszufriedenheit auf einem individuellen Level, andere fanden einen negativen Zusammenhang vor allem bei älteren Menschen.

(Vergleiche: http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Quality_of_life_in_Europe_-_facts_and_views_-_overall_life_satisfaction#Data_sources_and_availability)

» Was sagt die Beschäftigungsquote der Frauen aus?

Wie steht es um die Gleichberechtigung? Zu dieser Frage gibt es in der Studie insgesamt drei Indikatoren, darunter die Beschäftigungsquote der Frauen. Dieser Indikator gibt an, welcher Anteil der Frauen in einem Kreis erwerbstätig ist. Eine niedrige Quote kann ein Indiz für die berufliche Benachteiligung von Frauen in dem jeweiligen Kreis sein.

» Warum fließen die Lohnunterschiede in die Wertung ein?

Wie steht es um die Gleichberechtigung? Zu dieser Frage gibt es in der Studie insgesamt drei Indikatoren. Einer davon sind die geschlechterspezifischen Lohnunterschiede. Diese werden von vielen Menschen als ungerecht empfunden. Daher wurde für die Studie untersucht, wie groß die Unterschiede beim Lohn sind. Dieser Indikator setzt die Medianeinkommen von Frauen in Relation zu den Medianeinkommen der Männer. Ein Vergleich der Medianeinkommen lässt geschlechterspezifische Lohnunterschiede erkennen. Je größer der Unterschied in die eine oder andere Richtung, desto größer ist die Unzufriedenheit bei einer der beiden Gruppen.

» Was sagt der Frauenanteil in der Kommunalpolitik aus?

Wie steht es um die Gleichberechtigung? Zu dieser Frage werden in der Studie insgesamt drei Indikatoren betrachtet, darunter der Frauenanteil in der Kommunalpolitik. Wenn große Bevölkerungsgruppen in der Politik nicht vertreten sind, kommt es schnell zu empfundenen und/oder tatsächlichen Ungerechtigkeiten. Gerecht vertreten und behandelt zu werden, wird von vielen Menschen als ein wichtiges Kriterium für Lebensqualität betrachtet. Daher wurde für die Deutschland-Studie der Frauenanteil in der Kommunalpolitik betrachtet. Aus Sicht der Geschlechtergerechtigkeit ist es erstrebenswert, in den Kreistagen, Stadträten und Gemeinderäten einen Frauenanteil zu haben, der etwa dem Frauenanteil in der betreffenden Kommune entspricht.

» Warum ist die Bevölkerungsentwicklung ein Indikator für Lebensqualität?

Sogwirkung oder Bevölkerungsschwund? Attraktive Regionen ziehen Menschen an. Daher wurde für die Studie betrachtet, ob immer mehr oder immer weniger Menschen in einer Region leben: die Bevölkerungsdynamik. Sie ist ein Indikator für die Attraktivität einer Region als Wohn- und Arbeitsort. Mittel- bis langfristig geht die Bevölkerung in jenen Regionen zurück, die keine attraktiven Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten bieten können.

» Eine große Rolle im Leben der Menschen spielt die Sicherheit. Wie ist die Studie diesem Aspekt gerecht geworden?

Ist man hier sicher? In Befragungen bewerten die Deutschen das Thema Sicherheit sehr hoch. Gemessen wurden für die Deutschlandstudie die Gewaltverbrechen und die Wohnungseinbrüche in einer Region (übergeordnete und abstrakte Themen wie Terrorgefahr konnten nicht gemessen werden). Die Indikatoren Gewaltverbrechen und Wohnungseinbrüche werden auch deswegen berücksichtigt, da diese die Opfer oftmals traumatisieren, was auch längerfristig eine deutliche Verminderung des persönlichen Wohlbefindens bedeutet. Insgesamt gibt es aber heute deutlich weniger Einbruchdiebstähle als noch vor 20 Jahren.

» Welche Rolle spielt die Straßenverkehrssicherheit?

Gibt es viele Unfalltote und -verletzte? Ein eigener Unfall oder Unfälle von Freunden oder Angehörigen sind schreckliche Ereignisse. Sicherheit im Straßenverkehr ist also ein wichtiger Faktor für viele Menschen. Daher wurde für die Deutschlandstudie betrachtet, wie viele Menschen in einer Region im Straßenverkehr verunglücken. Verunglückte sind Personen, die bei Unfällen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen getötet oder verletzt wurden. Getötete sind Personen, die bei einem Straßenverkehrsunfall entweder unmittelbar getötet wurden oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen starben.

» Was hat die Anzahl der Pflegebedürftigen mit der Lebensqualität zu tun?

Wissenschaftliche Studien belegen einen engen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Das Statistische Amt der Europäischen Union befragt jährlich über 100.000 EU-Bürgerinnen und Bürger auch zur Lebensqualität und stellt fest: „Nichts, nicht einmal Arbeitslosigkeit oder materielle Entbehrung, gefährdet Lebensqualität so sehr wie schlechte Gesundheit“. 

» Lebt man in der Region gesund?

Raucherquote
Für die Deutschlandstudie wurden auch Gesundheitsrisiken betrachtet, eines davon ist das Rauchen. Das Rauchverhalten lässt Rückschlüsse auf die Gesundheit von Teilen der Bevölkerung zu. Rauchen ist ein Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten. Unterschiedlichen Studien zufolge verkürzt sich die Lebenserwartung von Rauchern um fünf bis zwölf Jahre.

Übergewichtige
Für die Deutschlandstudie wurden auch Gesundheitsrisiken betrachtet, einer von zwei Indikatoren, die dies messen, ist das Übergewicht. Dieser Indikator lässt Rückschlüsse auf die Gesundheit der Bevölkerung zu. Folgen von Übergewicht können kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ 2 Diabetes, Tumorerkrankungen, metabolisches Syndrom und weitere Erkrankungen sein.

» Wie ist die Gesundheitsversorgung?

Ärztedichte
Wie viele Einwohner kommen auf einen Arzt? Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität. Insgesamt vier Indikatoren der Deutschlandstudie treffen hierzu Aussagen. Einer davon ist die Ärztedichte. Sie ist ein Indikator für die ambulante, kassenärztliche Versorgung in der jeweiligen Spezialisierung. Die Anzahl der Einwohner je Arzt ist ein starker Indikator für die gesundheitliche Versorgung, insbesondere in der alternden Gesellschaft.

Entfernung zum nächsten Krankenhaus
Wie gut ist das nächste Krankenhaus erreichbar? Insgesamt vier Indikatoren der Deutschlandstudie drehen sich um den Bereich Gesundheitsversorgung, einer davon betrachtet die Erreichbarkeit von Krankenhäusern. Insbesondere in einer alternden Gesellschaft ist die Nähe zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung von Bedeutung. Für den Indikator Erreichbarkeit von Krankenhäusern werden flächengewichtete Durchschnittswerte der Pkw-Fahrtzeiten verwendet. Die Ermittlung der für Straßentypen zugrunde gelegten Pkw-Geschwindigkeiten erfolgt in Abhängigkeit vom Ausbaustand sowie siedlungsstrukturellen und topografischen Gegebenheiten. Es sind keine Aussagen zur Qualität der Krankenhäuser möglich. Ferner wird auch keine gesundheitsökonomische Aussage getroffen.

Rehakliniken-Dichte
Wie gut ist die Versorgung mit Rehakliniken? Als einer von insgesamt vier Indikatoren zum Themenbereich Gesundheitsversorgung geht die Rehakliniken-Dichte in die Wertung mit ein. Denn Rehabilitationseinrichtungen sind insbesondere in einer alternden Gesellschaft von steigender Bedeutung. Berücksichtigt wurden Einrichtungen, die der stationären Behandlung der Patienten dienen. Durch sie sollen Gefährdungen der gesundheitlichen Entwicklung eingeschränkt werden (Vorsorge). Mithilfe der Einrichtungen sollen Krankheiten geheilt und Krankheitsbeschwerden gelindert werden.

Pflegebedürftige
Gibt es viele Pflegebedürftige? Laut Pflegeversicherungsgesetz gelten solche Personen als pflegebedürftig, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung auf Dauer voraussichtlich mindestens sechs Monate der Hilfe bedürfen. Da es sich bei der Pflegebedürftigkeit um eine sehr einschneidende Beeinträchtigung der Gesundheit handelt, wurde die Anzahl der Pflegebedürftigen mit in die Deutschlandstudie aufgenommen.

» Warum wird der Luftqualität so viel Bedeutung beigemessen?

Feinstaub:
Wie ist die Luft? Gleich drei Indikatoren der Deutschland-Studie treffen Aussagen zu diesem Thema. Einer davon: Feinstaub. Er ist schädlich für die Gesundheit und hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Auf das Konto des Feinstaubs gehen je nach Studie zwischen 44.900 (Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-der-bevoelkerung-durch-feinstaub) und 66.000 (Europäische Umweltagentur) vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Deutschland. In der Deutschland-Studie werden die Einzelwerte zu Feinstaub (G14) und Ozon (G15) berücksichtigt, denn insbesondere bei gleichzeitig überhöhter Feinstaub- und Ozonbelastung ist das Gefährdungspotenzial laut Umweltbundesamt sehr viel höher und anhand der Einzelwerte eher unterschätzt.

Ozonbelastung:
Wie ist die Luft? Neben Feinstaub und Stickstoffoxid wurden auch die Ozonwerte der Regionen für die Studie betrachtet. Der Indikator enthält Überschreitungen der Feinstaub- und Ozongrenzwerte an Messstationen in der Bundesrepublik, diese sind jedoch anhand eines Raummodells auf die gesamte Fläche des Kreises umgelegt. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit ist ein Tagesgrenzwert für Feinstaub von 50 µg/m³ vorgesehen. Dieser Wert darf nicht öfter als 35-mal im Jahr überschritten werden. Bei der Ozonkonzentration in der Luft soll der höchste Mittelwert eines Tages einen Wert von 120 µg/m³ nicht öfter als 25 Tage im Jahr überschreiten. Gemessen werden hier die Einzelwerte zu Feinstaub (G14) und Ozon (G15); insbesondere bei gleichzeitig überhöhter Feinstaub- und Ozonbelastung ist das Gefährdungspotenzial laut Umweltbundesamt sehr viel höher und anhand der Einzelwerte eher unterschätzt.

Stickstoffdioxid
Wie ist die Luft? Insgesamt drei Indikatoren zum Thema Luft wurden in der Deutschland-Studie ausgewertet, darunter Stickstoffdioxid. Denn saubere Luft ist ein Thema, das vielen Menschen am Herz liegt, wie die aktuellen Debatten zeigen. Deshalb sind in die Deutschland-Studie die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid eingeflossen. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Januar 2018 kommt es durch NO2 in Deutschland jährlich zu 6.000 vorzeitigen Todesfällen.

» Welcher Zusammenhang besteht zwischen „Abfallintensität“ und Lebensqualität?

Alles Schrott? Als ein Anhaltspunkt für das Umweltbewusstsein der Bürger einer Region wurde für die Studie der Müll betrachtet, den Haushalte produzieren. Mithilfe dieses Indikators kann die Höhe des Abfallaufkommens von der wirtschaftlichen Entwicklung entkoppelt betrachtet werden. Er gibt an, wie sich das Abfallaufkommen in den Kreisen im Verhältnis zum Einkommen entwickelt, also welcher Anteil vom Haushaltseinkommen für Müll ausgegeben wird. Eine intakte Umwelt und nachhaltiges Abfallwirtschaften hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Lebensqualität.

» Gibt es Raum zum Entspannen? Wie ist es um die Natur- und Erholungsflächen bestellt?

Erholungsflächen je Einwohner

Grün oder grau (I)? Viele Menschen suchen Erholung außerhalb von Betonwüsten. Daher wurden für die Deutschland-Studie die Erholungsflächen pro Einwohner betrachtet. Erholungsflächen sind unbebaute Flächen, die vorwiegend dem Sport, der Erholung sowie dem Betrachten von Tieren und Pflanzen dienen. Dazu gehören unter anderem Grünanlagen wie Parks, Schrebergärten, Sportflächen und Campingplätze.

 

Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche

Grün oder grau (II)? Viele Menschen suchen Erholung außerhalb von Betonwüsten. Daher wurden für die Deutschland-Studie die Erholungsflächen in Relation zur Gesamtfläche betrachtet. Zur Berechnung des Indikators werden die Erholungsflächen in Bezug zur Gesamtfläche gesetzt und in Prozent ausgedrückt. Somit sind Aussagen zur räumlichen Struktur des Kreises möglich.

 

Anteil naturnähere Fläche an der Gesamtfläche

Grün oder grau (III)? Viele Menschen suchen Erholung außerhalb von Betonwüsten. Daher wurden für die Deutschland-Studie neben den Erholungsflächen (zum Beispiel Grünanlagen und Parks, siehe Indikatoren F1–F2) auch die naturnahen Flächen betrachtet. Naturnähere Flächen sind Abbauland, Moor, Heide und Unland. Unland wiederum sind unbebaute Flächen, die nicht geordnet genutzt werden können (Felsen, Dünen).

 

Anteil Waldfläche an der Gesamtfläche

Gibt es hier Wald? Waldflächen sind bedeutend für Erholung und Freizeitaktivitäten. Zudem haben sie einen hohen Einfluss auf die Luftqualität und das Mikroklima. Deshalb fließt der Anteil der Waldflächen in die Bewertung mit ein. Waldflächen sind unbebaute Flächen, die mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sind. Hierzu gehören auch Waldblößen, Pflanzschulen, Wildäsungsflächen.

 

Anteil Wasserfläche an der Gesamtfläche

Gibt es hier Wasser? Wasserflächen sind bedeutend für Erholung und Freizeitaktivitäten und werden von vielen Menschen geschätzt. Deshalb geht der Anteil der Wasserflächen in die Bewertung mit ein. Das sind Flächen, die ständig oder während des größeren Teils des Jahres mit Wasser bedeckt sind, gleichgültig, ob das Wasser in natürlichen oder künstlichen Betten abfließt oder steht. In die Wasserfläche werden auch zugehörige Böschungen, kleine Inseln und dergleichen einbezogen.

» Warum wurde die Anzahl der Sonnenstunden in der Studie berücksichtigt?

Scheint hier die Sonne? Bei Sonne fühlen sich die meisten Menschen wohl, viele reisen der Sonne sogar regelmäßig hinterher. Eine große Zahl an Sonnentagen ist gut fürs Gemüt und lässt Outdoor-Freizeitaktivitäten zu. Deshalb ging in die Bewertung einer Region ein, wie oft dort die Sonne scheint. Konkret gemessen wurde die Zahl der Sonnenstunden im langjährigen Mittel in einer Region.

» Was haben Übernachtungszahlen mit Lebensqualität zu tun?

Hat die Region Anziehungskraft? Regionen, die viele Besucher anziehen, sind offensichtlich attraktiv. Die Übernachtungszahlen sind ein Indiz für eine hohe Attraktivität als Tourismusregion und/oder als Wirtschaftsstandort. Beides deutet daraufhin, dass eine Region Qualitäten hat, die sie auch für die Einwohnerinnen und Einwohner lebenswerter macht. Dieser Indikator liefert Informationen zu Touristenzahlen. Auskunftspflichtig sind Beherbergungsbetriebe, die mehr als acht Gäste im Reiseverkehr gleichzeitig beherbergen. Bei den Übernachtungen werden keine Campingplätze betrachtet.

» Warum ist es von Bedeutung, wie viele Vereine es in einer Region gibt?

Vielen Deutschen sind das Vereinsleben und das zivilgesellschaftliche, ehrenamtliche Engagement in Vereinen wichtig. Daher wurde für die Deutschlandstudie ausgewertet, wie viele Vereine auf 1.000 Einwohner kommen. Dieser Indikator listet die Anzahl aller Vereine in einem Kreis auf. Diese reichen von Sport- bis zu Kulturvereinen. Der Indikator gibt eine Übersicht über die Größe und Vielfalt der Vereinsstruktur in einer Region und damit über das Freizeitangebot. Er ist ein Indiz für das Engagement und die soziale Teilhabe der Bürger vor Ort.

» Warum wurden die Bibliotheksbesucher in die Wertung mit hineingenommen?

Gibt es Bibliotheken in der Region? Cicero wird das Zitat zugeschrieben: „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Eine eigene Bibliothek muss es für die meisten nicht gleich sein. Aber viele schätzen die analogen und inzwischen auch digitalen Angebote öffentlicher Bibliotheken. Eine hohe Zahl von Bibliotheksbesuchern/Entleihungen in Bibliotheken ist ein Zeichen dafür, dass die Stadt bzw. der Kreis in kultureller Hinsicht ein attraktives Angebot aufweist.

» Was hat es mit der Erreichbarkeit von Mittelzentren auf sich?

Liegt eine Region „jwd“ oder ganz nah dran? Für Landbewohner kann die Nähe zur nächsten Stadt wichtig sein oder werden. Denn hier befinden sich meist die zentralen Einrichtungen zur Deckung zentraler Bedürfnisse der Bevölkerung (zum Abitur führende Schulen, Krankenhäuser, vielseitigere Einkaufsmöglichkeiten etc.). Deshalb wurde für die Deutschlandstudie die Nähe zu sogenannten Mittelzentren ausgewertet. Es handelt sich um den flächengewichteten Durchschnittswert der Pkw-Fahrtzeiten aller Verbandsgemeinden eines Kreises zum zeitnächsten Mittel- oder Oberzentrum.

» Wieso sollte es einen Ort lebenswerter machen, wenn dort viele Studenten wohnen?

Viele Studierende – das bedeutet häufig, dass es eine studentische Kultur und somit ein breiteres kulturelles Angebot gibt. Das schätzen Studierende häufig ebenso wie viele nicht oder nicht mehr Studierende. Für die Studie wurde daher ausgewertet, wie viele Studierende im jeweiligen Kreis leben.

» Wie hängen Wahlbeteiligung und Lebensqualität zusammen?

Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017
Wie steht's um die Politik (I)? Für die Deutschlandstudie wurde berücksichtigt, ob die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen hoch oder niedrig ist. Dieser Indikator lässt auf die politische Partizipation der Bürger in einem Kreis schließen. Außerdem wurde auch die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen betrachtet (Indikator F14).

Wahlbeteiligung bei der letzten Kommunalwahl
Wie steht's um die Politik (II)? Ergänzend zu Bundestagswahlen (siehe Indikator F15) wurde in der Studie auch ausgewertet, wie hoch oder niedrig die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen ist, um Aussagen über die politische Partizipation treffen zu können. Der Indikator lässt Rückschlüsse auf die soziale Beteiligung und Mitbestimmung zu. Soziale Mitbestimmung und Meinungsäußerung haben einen gewissen Einfluss auf die regionalen Projekte und Themenfelder.

» Was haben Eheschließungen mit Lebensqualität zu tun?

Für viele Deutsche gehört die Ehe zu einem glücklichen Leben. Einige Studien deuten sogar auf einen Zusammenhang zwischen Ehe und Lebenszufriedenheit hin (dies gilt allerdings auch für Lebensgemeinschaften, für die jedoch keine verwertbaren Daten vorlagen). Als wäre das noch nicht genug, leben Verheiratete auch länger als Singles. Daher wird in der Deutschland-Studie berücksichtigt, wie viele Ehen in einer Region geschlossen werden. Konkret: Der Indikator gibt die Anzahl der Eheschließungen je 1.000 volljährige Einwohner im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 an.

» Warum wurde Ganztagsbetreuung als ein Indikator aufgenommen? Ist es nicht eher ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, wenn Kinder nicht zu Hause betreut werden?

Natürlich gehen die Ansichten und privaten Wünsche in Sachen Kindererziehung auseinander. Aber viele empfinden Betreuungsmöglichkeiten als einen wichtigen Baustein für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine bessere Work-Life-Balance. Befragungen zeigen: Gerade viele Frauen mit Kindern im Betreuungsalter würden gern mehr arbeiten. Besonders häufig würden Mütter gern im Umfang von 30 bis 35 Stunden pro Woche arbeiten: Rund ein Viertel der Mütter wünscht sich dieses Stundenpensum, verwirklichen können es lediglich 13 Prozent. (vgl. Abbildung 14 in: www.prognos.com/uploads/tx_atwpubdb/160928_Langfassung_Zukunftsreport_Familie_2030_final.pdf). Daher geht eine gute Ganztagsbetreuungsquote positiv in die Wertung einer Region ein. Denn da außerhalb der Schulpflicht niemand gezwungen wird, sein Kind in die Betreuung zu geben, handelt es sich bei diesem Angebot eher um eine Möglichkeit, die mit zusätzlichem Freiraum verbunden ist.

» Warum wurden die Indikatoren zu klassischen Kulturveranstaltungen bei der Bewertung der Lebensqualität berücksichtigt?

Wird Kultur gefördert? „Endlich Freizeit“ – das heißt für viele Menschen auch „Endlich Kultur!" Manche verbinden dies mit studentischem Leben oder einem Gang in die Kneipe (siehe F13 und F9), für andere wiederum zählt hier vielmehr der Besuch des städtischen Opernhauses. Betrachtet wurden für die Deutschland-Studie daher auch die Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen, insbesondere das öffentliche Engagement durch (Teil-)Finanzierung eines Ensembles. Die beiden Indikatoren sind ein Zeichen für das kulturelle Angebot im Bereich Hochkultur. Nicht erfasst werden mit diesen Indikatoren beispielsweise Alltags- und Subkultur.

Definitionen

» Was sind Indikatoren?

Indikatoren sind allgemein Hilfsmittel oder „Anzeiger“, die bestimmte Informationen anzeigen sollen. Sie erlauben die Feststellung eines Zustandes oder einer Veränderung. In unserem Fall sind Indikatoren Daten, die als Hilfsmittel zur Beschreibung der Rahmenbedingungen für Lebensqualität dienen. Wir nehmen diese Daten als Hilfsmittel, um die Lebensumstände der Menschen in einer Region quantitativ vergleichbar machen zu können.

» Was sind Einzelindikatoren?

Einzelindikatoren sind Daten, die konkrete Aspekte messen. Es werden verschiedene Themenbereiche adressiert, daher werden sehr verschiedene Aspekte wie beispielsweise Arbeitsstunden, Einkommen, Arbeitslosigkeit, Vermögen oder Betreuungsmöglichkeiten gemessen. Weitere Bereiche, die direkten Einfluss auf die persönliche Lebensqualität haben, sind Aspekte zu Bildung und Gesundheit, wie beispielsweise die Luftqualität oder Raucherquoten. Hinzu kommen lokale und regionale Faktoren zur Attraktivität von Räumen. Hierzu zählen Aspekte wie die Wohnsituation, Sicherheit, Mobilität/Erreichbarkeit und die Infrastruktur (technisch, sozial, kulturell, freizeitorientiert) oder die umgebende Landschaft. Aber auch Bereiche wie das Engagement der Bevölkerung oder die politisch-demokratische Partizipation.

» Wie wurden in der Studie „Stadt“ und „Land“ definiert?

Die Abgrenzung beruht auf den siedlungsstrukturellen Kreistypen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das BBSR differenziert nach den Merkmalen: Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten, Einwohnerdichte der Kreisregion, Einwohnerdichte der Kreisregion ohne Berücksichtigung der Groß- und Mittelstädte. Ein Städtischer Raum ist demnach eine kreisfreie Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern oder ein Kreis mit einem Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten von mindestens 50 Prozent und einer Einwohnerdichte von mind. 150 Einwohner/km²; sowie ein Kreis mit einer Einwohnerdichte ohne Groß- und Mittelstädte von mind. 150 Einwohner/km². In die Kategorie Ländlicher Raum fallen Kreise mit einem Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten von mind. 50 Prozent, aber einer Einwohnerdichte unterhalb von 150 Einwohnern/km².

» Was sind städtische Kreise?

Kreise mit einem Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten von mind. 50 Prozent und einer Einwohnerdichte von mind. 150 Einwohner/km²; sowie Kreise mit einer Einwohnerdichte ohne Groß- und Mittelstädte von mind. 150 Einwohner/km².

Indikatoren

Themenbereich "Arbeit und Wohnen"

» W1 – Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen

Arbeit wirkt sich auf die Zufriedenheit der Menschen aus. Wer arbeitet bekommt dafür Anerkennung. Eine als sinnvoll empfundende Tätigkeit kann außerdem Quelle eines erfüllten Lebens sein. Für die Deutschland-Studie werden als Bezugspunkt der Arbeitslosenquote die zivilen Erwerbspersonen herangezogen. Diese bilden das Arbeitskräfteangebot ab (Erwerbstätige + Arbeitslose).

Definition

Anteil der Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen in Prozent

Zeitpunkt/Zeitraum

Dezember 2017

Quelle

Bundesagentur für Arbeit (Arbeitsmarktstatistik)

Gewicht

100 %

» W2 – Geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist wichtig für ein erfülltes Leben. In der Studie spielt daher das Arbeitsvolumen eine Rolle. Es umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer oder als Selbstständige auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeiten ausüben. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden (bspw. Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit sowie Pausen und Pendlerzeiten).

Definition

Jahreswert der geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen im Verhältnis zu allen Erwerbstätigen in Stunden (ohne Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit, krankheitsbedingte Abwesenheit, Pausen sowie Pendlerzeiten)

Zeitpunkt/Zeitraum

2015

Quelle

Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder)

Gewicht

50 %

» W3 – Durchschnittliche Pendlerdistanzen in km

Lange Arbeitswege können zu Zeitverlust und Stress führen und wirken sich oft negativ auf die Work-Life-Balance aus. In die Studie fließt daher ein, wie lang der Arbeitsweg ist. Konkret werden die zurückgelegten Strecken in Kilometern von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Arbeitsgemeinde sich von der Wohngemeinde unterscheidet, gemessen.

Definition

Durchschnittliche Pendeldistanz aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in km

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Gewicht

100 %

» W4 – Kaufkraft in Euro pro Kopf

Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen (Nettoeinkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangener Transferleistungen). Somit gibt die Kaufkraft an, wie viel Geld jemandem effektiv zur Verfügung steht. Materieller Wohlstand hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Lebensqualität.

Definition

Verfügbares Einkommen (Nettoeinkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangener Transferleistungen) pro Kopf

Zeitpunkt/ Zeitraum

2017

Quelle

MB Research

Gewicht

100 %

» W5 – Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation

„Trautes Heim, Glück allein“ heißt es im Volksmund. Doch ein Heim muss man sich erst einmal leisten können. Daher fließt die Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation mit in die Bewertung ein. Sie gibt die Anzahl der Jahresnettoeinkommen an, die für den Erwerb einer durchschnittlichen Immobilie aufgewendet werden müssen.

Definition

Anzahl der Jahresnettoeinkommen, die für den Erwerb einer Immobilie aufgewendet werden müssen

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (Studie für den Verband der Sparda-Banken e. V.)

Gewicht

33,3 %

» W6 – Anteil der Einwohner in Bedarfsgemeinschaften

Materieller Wohlstand hat für die meisten Menschen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität. Wer über wenig Mittel verfügt, bekommt Hilfe vom Staat. In die Studie fließt daher ein, wieviele Menschen in Haushalten leben, die finanzielle Unterstützung erhalten. Die Forscher haben ausgewertet: Wieviele Einwohner leben in solchen Bedarfsgemeinschaften? Eine Bedarfsgemeinschaft bezeichnet Personen, die im selben Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften (z. B. eine Familie). Für die Wertung muss mindestens ein Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger sein und staatliche Transferzahlungen erhalten.

Definition

Anteil der Personen in Bedarfsgemeinschaften an den Gesamteinwohnern in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

Juni 2017

Quelle

Bundesagentur für Arbeit (Statistik der Grundsiche-rung für Arbeitsuchende)

Gewicht

100 %

» W7 – Schuldenstand öffentlicher Haushalte in Euro je Einwohner

Reiche Gemeinden haben weniger Geldsorgen. Wenn hingegen die Schulden der öffentlichen Haushalte hoch sind, besteht in der Regel weniger Gestaltungsspielraum, öffentliche Infrastruktur bereitzustellen. Dies gilt insbesondere für freiwillige Aufgaben wie Freizeiteinrichtungen, bspw. Hallen- und Freibäder. Für die Studie wurden daher die Schulden öffentlicher Haushalte ausgewertet. Konkret: Nachweis über Schulden der Gemeinden, die im eigenen Haushalt geführt werden. Schulden von Eigenbetrieben oder anderen verbundenen Einrichtungen mit eigenem Rechnungswesen sind nicht berücksichtigt (Die Werte für die Stadtstaaten sind anhand einer einfachen „Haushaltszerlegung“ zwischen Land und Kommune geschätzt.)

Definition

Schuldenstand der Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände in Euro je Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

50 %

» W8 – Private Schuldner je 100 volljährige Einwohner

Schulden schränken das eigene Handlungsfeld und damit die Lebensqualität stark ein. Für die Studie wurden daher die privaten Schuldner in einer Region betrachtet. In die Berechnung gehen Personen mit sogenannten Negativmerkmalen ein (Privatinsolvenz, unstrittige Inkassofälle oder nachhaltige Zahlungsstörungen). Schuldner können die Summe ihrer Zahlungsverpflichtungen nicht begleichen. Ihr Lebensunterhalt kann nicht aus Vermögen oder weiteren Krediten bestritten werden. Dadurch wird die persönliche Freiheit im Sinne (finanzieller) Gestaltungsspielräume stark eingeschränkt.

Definition

Private Schuldner je 100 Einwohner mit 18 Jahren und älter

Zeitpunkt/ Zeitraum

2017

Quelle

Verband der Vereine creditreform e. V. (SchuldnerAtlas Deutschland 2017)

Gewicht

50 %

» W9 – Mietpreis-Einkommens-Relation

Wohnen ist ein zentrales Thema im Leben der meisten Menschen. Wie viel kann ich mir für mein Geld leisten, sind die Mieten bezahlbar? Für die Studie wurde deshalb das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietpreis betrachtet. Dieser Indikator gibt Auskunft über die Höhe der Mietpreise für eine durchschnittliche Wohnung im Verhältnis zum regionalen Durchschnittseinkommen in einem Kreis. Es sind somit Aussagen zu Unterschieden im Mietpreisniveau in den Regionen möglich. Hohe Mieten verringern das Budget. Die derzeitige Diskussion über die Mietpreisbremse zeigt, welche Bedeutung dieses Thema für das tägliche Leben vieler Menschen gerade mit geringen und mittleren Einkommen hat.

Definition

Anteil des monatlichen Einkommens, der für eine 50 m² große Wohnung aufgewendet werden müsste, in Prozent. (Es werden die durchschnittlichen Angebotsmieten nettokalt betrachtet, d. h. Erst- und Wiedervermietungsmieten und keine Bestandsmieten).

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder); Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Wohnungsmarktbeobachtung, IDN lmmoDaten GmbH)

Gewicht

33,3 %

» W10 – Wohnfläche je Einwohner in m²

Gerade die Städter bekommen es manchmal zu spüren: Es mangelt an Platz, Freiräume sind schwer zu finden. Deshalb geht für die Studie die Wohnfläche je Einwohner in die Wertung ein. Dieser Indikator gibt an, wie viel Wohnfläche je Person im Durchschnitt zur Verfügung steht. Leerstehende Wohnungen sowie Zweitwohnungen werden mitgezählt.

Definition

Wohnfläche je Einwohner in m² (Stichtag: 31.12.)

Zeitpunkt/ Zeitraum

Dez. 2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

33,3 %

» W11 – Schulabbrecherquote

Den Kindern wünscht man nur das Beste, sie sind die Zukunft einer Region. Eine der wichtigsten Bedingungen für einen gelungenen Start ins selbstständige Leben ist ein Schulabschluss. Eine hohe Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss, deren Aussichten auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz äußerst gering sind, ist hingegen problematisch. Für die Studie wurde daher die Schulabbrecherquote in der Region betrachtet. Denn es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Schulabbrecher geringere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben und die sozialen Sicherheitssysteme stärker in Anspruch nehmen. Aus Sicht der Wirtschaft und der Politik gibt dieser Indikator Hinweise auf ein niedriges regionales Qualifikationspotenzial. An der Quote lässt sich erkennen, in welchem Maße besondere Anstrengungen im Bildungsbereich und zur Arbeitsmarktintegration unternommen werden müssen.

Definition

Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss an den Schulabgängern in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2012 bis 2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Statistik der allgemeinbildenden Schulen)

Gewicht

50 %

» W12 – Schülerinnen und Schüler je Lehrkraft

Unterricht ist wichtig. Daher wurde für die Studie ausgewertet, wie viele Schülerinnen und Schüler auf eine Lehrerin oder einen Lehrer kommen. Mittels des Indikators Schüler je Lehrer lassen sich Schulsysteme unabhängig davon vergleichen, ob bei ihnen der Fokus auf eine niedrige Klassenfrequenz oder eine hohe Wochenstundenzahl je Klasse gerichtet ist. In der bildungspolitischen Diskussion hat sich deshalb die „Schüler-Lehrer-Relation“ als der am meisten verwendete Indikator für den Grad der Versorgung mit Lehrern durchgesetzt. Dabei werden die Schüler auf die in Vollzeitlehrer-Einheiten umgerechneten Lehrkräfte bezogen. Der Indikator „Schüler je Lehrer“ beschreibt die Versorgung der Schulen mit Lehrerstellen und gibt Anhaltspunkte für die tatsächliche Unterrichtsversorgung.

Definition

Anzahl der Schülerinnen und Schüler je Lehrkraft an allgemeinbildenden Schulen

Zeitpunkt/ Zeitraum

2014/15

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Statistik der allgemeinbildenden Schulen; Kommunale Bildungsdatenbank)

Gewicht

50 %

» W13 – Beschäftigungsquote der Frauen

Für die Studie wurde die Beschäftigungsquote der Frauen in der Region ausgewertet. Dieser Indikator gibt an, welcher Anteil der Frauen in einem Kreis erwerbstätig ist. Eine niedrige Quote kann ein Indiz für die berufliche Benachteiligung von Frauen in dem jeweiligen Kreis sein.

Definition

Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an den Frauen zwischen 15 und unter 65 Jahren in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

Juni 2016

Quelle

Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigungsstatistik); Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

50 %

» W14 – Geschlechterspezifische Einkommenssprei-zung in Euro

Geschlechterspezifische Lohnunterschiede werden von vielen Menschen als ungerecht empfunden. Daher wurde für die Studie untersucht, wie groß die Unterschiede beim Lohn sind. Dieser Indikator setzt die Medianeinkommen von Frauen in Relation zu den Medianeinkommen der Männer. Ein Vergleich der Medianeinkommen lässt geschlechterspezifische Lohnunterschiede erkennen. Je größer der Unterschied in die eine oder andere Richtung ist, desto größer ist die Unzufriedenheit bei einer der beiden Gruppen.

Definition

Differenzbetrag der Medianeinkommen der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer zu den Medianeinkommen der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Euro

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: INKAR online (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Gewicht

50 %

» W15 – Frauenanteil in Kreistagen, Stadträten oder Gemeinderäten

Wenn große Bevölkerungsgruppen in der Politik nicht vertreten sind, kommt es schnell zu empfundenen und/oder tatsächlichen Ungerechtigkeiten. Gerecht vertreten und behandelt zu werden, wird von vielen Menschen als wichtiges Kriterium für Lebensqualität betrachtet. Daher wurde für die Deutschland-Studie der Frauenanteil in der Kommunalpolitik betrachtet. Dieser Indikator verdeutlicht die Beteiligung von Frauen in der Kommunalpolitik. Ein etwa dem Frauenanteil in der betreffenden Kommune entsprechender Frauenanteil in den Kreistagen, Stadträten und Gemeinderäten ist aus Sicht der Geschlechtergerechtigkeit erstrebenswert.

Definition

Anteil der Frauen an den Mandaten in den Kreistagen, Stadträten oder Gemeinderäten in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2012 bis 2015

Quelle

Amtliche Wahlstatistiken der Länder; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Atlas zur Gleichstellung)

Gewicht

50 %

» W16 – Bevölkerungsdynamik

Attraktive Regionen ziehen Menschen an. Daher wurde für die Studie betrachtet, ob immer mehr oder immer weniger Menschen in einer Region leben. Die Bevölkerungsdynamik ist Indikator für die Attraktivität einer Region als Wohn- und Arbeitsort. Mittel- bis langfristig verzeichnen jene Regionen einen Bevölkerungsrückgang, die keine attraktiven Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten bieten können.

Definition

Entwicklung der Bevölkerung in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2010 bis 2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

100 %

Themenbereich "Gesundheit und Sicherheit"

» G1 – Lebenserwartung Frauen

Die Lebenserwartung ist eng verbunden mit der Gesundheit – einem der wichtigsten Themen für Lebensqualität. Der Indikator gibt die durchschnittliche Lebenserwartung eines weiblichen/männlichen Neugeborenen in Jahren im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 an.

Definition

Durchschnittliche Lebenserwartung eines weiblichen Neugeborenen in Jahren

Zeitpunkt/ Zeitraum

Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: INKAR online (Statistik der Geburten und Sterbefälle des Bundes und der Länder; Eurostat Regio Datenbank)

Gewicht

50 %

» G2 – Lebenserwartung Männer

Die Lebenserwartung ist eng verbunden mit der Gesundheit – einem der wichtigsten Themen für Lebensqualität. Der Indikator gibt die durchschnittliche Lebenserwartung eines weiblichen/männlichen Neugeborenen in Jahren im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 an.

Definition

Durchschnittliche Lebenserwartung eines männlichen Neugeborenen in Jahren

Zeitpunkt/ Zeitraum

Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: INKAR online (Statistik der Geburten und Sterbefälle des Bundes und der Länder; Eurostat Regio Datenbank)

Gewicht

50 %

» G3 – Kinderarmut

Dieser Indikator liefert einen Hinweis auf schlechtere Zukunftschancen. Gemessen wird der Anteil der unter 15-Jährigen (nicht erwerbsfähigen) leistungsberechtigten Personen (die in einer Bedarfsgemeinschaft leben) an allen unter 15-Jährigen des Kreises.

Definition

Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch unter 15 Jahren je 100 Einwohner unter 15 Jahren

Zeitpunkt/ Zeitraum

Januar 2017

Quelle

Bundesagentur für Arbeit (Statistik der Grundsicherung für Arbeitsuchende)

Gewicht

25 %

» G4 – Altersarmut

Niemand möchte im Alter arm sein. Für die Studie wurde ausgewertet, wie viele ältere und alte Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Gemessen wurde der Anteil der über 65-Jährigen, die Grundsicherung erhalten, an allen über 65-Jährigen. Dieser Indikator beschreibt eine bedürftigkeitsabhängige Sozialleistung, die älteren bzw. dauerhaft voll erwerbsgeminderten Menschen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts dienen soll. Da jeder fünfte Deutsche älter als 65 Jahre ist, ist diese Zahl von Bedeutung für die Anzahl der Armen insgesamt. In den Bereich der Grundsicherung fallen Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, und Personen, die nach dem Sozialgesetzbuch dauerhaft voll erwerbsgemindert sind.

Definition

Anteil der Bevölkerung mit Grundsicherung im Alter an den Einwohnern in der Altersgruppe 65 Jahre und älter in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

25%

» G5 – Arztdichte

Die Ärztedichte ist ein Indikator für die ambulante, kassenärztliche Versorgung in der jeweiligen Spezialisierung. Die Anzahl der Einwohner je Arzt ist ein starker Indikator für die gesundheitliche Versorgung, insbesondere in der alternden Gesellschaft.

Definition

Anzahl der Einwohner je Arzt

Zeitpunkt/ Zeitraum

2014

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: INKAR online (Ärzteregister der Kassenärztlichen Bundesvereinigung); Statista

Gewicht

100%

» G6 – Erreichbarkeit von Krankenhäusern

Die Gesundheitsversorgung ist ein wesentlicher Aspekt für Lebensqualität. Inbesondere in einer alternden Gesellschaft ist die Nähe zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung von Bedeutung. Daher wurde die Erreichbarkeit von Krankenhäusern berücksichtigt. Für den Indikator Erreichbarkeit von Krankenhäusern werden flächengewichtete Durchschnittswerte der Pkw-Fahrtzeiten verwendet. Die Ermittlung der für Straßentypen zugrunde gelegten Pkw-Geschwindigkeiten erfolgt in Abhängigkeit vom Ausbaustand sowie siedlungsstrukturellen und topo-grafischen Gegebenheiten. Es sind keine Aussagen zur Qualität der Krankenhäuser möglich. Ferner wird auch keine gesundheitsökonomische Aussage getroffen.

Definition

Durchschnittliche Pkw-Fahrzeit zum nächsten Krankenhaus der Grundversorgung in Minuten

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Erreichbarkeitsmodell)

Gewicht

50%

» G7 – Rehaklinikendichte

Rehabilitationseinrichtungen sind inbesondere in einer alternden Gesellschaft von steigender Bedeutung. Daher wurde auch das Angebot an Rehakliniken in die Wertung einbezogen. Berücksichtigt wurden Einrichtungen, die der stationären Behandlung der Patienten dienen. Durch sie sollen Gefährdungen der gesundheitlichen Entwicklung eingeschränkt werden (Vorsorge). Mithilfe der Einrichtungen sollen Krankheiten geheilt und Krankheitsbeschwerden gelindert werden.

Definition

Anzahl der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen je 100.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

50%

» G8 – Pflegebedürftige

Laut Pflegeversicherungsgesetz gelten solche Personen als pflegebedürftig, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung auf Dauer voraussichtlich mindestens sechs Monate der Hilfe bedürfen. Da es sich bei der Pflegebedürftigkeit um eine sehr einschneidende Beeinträchtigung der Gesundheit handelt, wurde die Anzahl der Pflegebedürftigen mit in die Deutschland-Studie aufgenommen.

Definition

Pflegebedürftige je 10.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Pflegestatistik des Bundes und der Länder; Gesundheitsberichterstattung der Länder)

Gewicht

75%

» G9 – Verletzte und Getötete im Straßenverkehr

Ein eigener Unfall oder Unfälle von Freunden oder Angehörigen sind schreckliche Ereignisse. Sicherheit im Straßenverkehr ist ein wichtiger Faktor für viele Menschen. Daher wurde für die Deutschland-Studie betrachtet, wie viele Menschen in einer Region im Straßenverkehr verunglücken. Verunglückte sind Personen, die bei Unfällen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen getötet oder verletzt wurden. Getötete sind Personen, die bei einem Straßenverkehrsunfall entweder unmittelbar getötet wurden oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen starben.

Definition

Anzahl an verletzten und getöteten Personen im Straßenverkehr je 100.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2014 bis 2016

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionaldatenbank Deutschland)

Gewicht

100%

» G10 – Gewaltverbrechen

In Befragungen bewerten die Deutschen das Thema Sicherheit sehr hoch. Gemessen wurden für die Deutschland-Studie die Gewaltverbrechen und die Wohnungseinbrüche in einer Region (übergeordnete und abstrakte Themen wie Terrorgefahr konnten nicht gemessen werden). Die Indikatoren Gewaltverbrechen und Wohnungseinbrüche werden auch deswegen berücksichtigt, da diese die Opfer oftmals traumatisieren, was auch längerfristig eine deutliche Verminderung des persönlichen Wohlbefindens bedeutet. Insgesamt gibt es heute jedoch deutlich weniger Einbruchdiebstähle als vor 20 Jahren.

Definition

Anzahl an Gewaltverbrechen je 10.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts

Gewicht

50 %

» G11 – Wohnungseinbrüche

In Befragungen bewerten die Deutschen das Thema Sicherheit sehr hoch. Gemessen wurden für die Deutschland-Studie die Gewaltverbrechen und die Wohnungseinbrüche in einer Region (übergeordnete und abstrakte Themen wie Terrorgefahr konnten nicht gemessen werden). Die Indikatoren Gewaltverbrechen und Wohnungseinbrüche werden auch deswegen berücksichtigt, da diese die Opfer oftmals traumatisieren, was auch längerfristig eine deutliche Verminderung des persönlichen Wohlbefindens bedeutet. Insgesamt gibt es heute jedoch deutlich weniger Einbruchdiebstähle als vor 20 Jahren.

Definition

Anzahl an Wohnungseinbruchdiebstählen je 10.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts

Gewicht

50 %

» G12 – Übergewichtige je 100 Einwohner

Dieser Indikator lässt Rückschlüsse auf die Gesundheit der Bevölkerung zu. Folgen von Übergewicht können kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ 2 Diabetes, Tumorerkrankungen, metabolisches Syndrom und weitere Erkrankungen sein.

Definition

Anteil der Bevölkerung mit einem Body-Mass-Index (Verhältnis des Körpergewichts zur Körpergröße: kg/m²) von mehr als 25

Zeitpunkt/ Zeitraum

2013

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Mikrozensus)

Gewicht

50 %

» G13 – Raucher je 100 volljährige Einwohner

Das Rauchverhalten lässt Rückschlüsse auf die Gesundheit von Teilen der Bevölkerung zu. Rauchen ist ein Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten. Unterschiedlichen Studien zufolge verkürzt sich die Lebenserwartung von Rauchern um 5 bis 12 Jahre.

Definition

Anteil der Raucher an den Personen im Alter von 18 Jahren und älter

Zeitpunkt/ Zeitraum

2013

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Mikrozensus)

Gewicht

50%

» G14 – Feinstaub-Jahresmittelwerte

Feinstaub ist schädlich für die Gesundheit und hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Auf das Konto des Feinstaubs gehen je nach Studie zwischen 44.900 (Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-ge-sundheit/gesundheitsrisiken-der-bevoelkerung-durch-feinstaub) und 66.000 (Europäische Umweltagentur) vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Deutschland. In der Deutschland-Studie werden berücksichtigt: Die Einzelwerte zu Feinstaub (G14) und Ozon (G15), denn insbesondere bei gleichzeitig überhöhter Feinstaub- und Ozonbelastung ist das Gefährdungspotenzial laut Umweltbundesamt sehr viel höher und wird anhand der Einzelwerte eher unterschätzt.

Definition

Landkreismittel der Feinstaub-Jahresmittelwerte (PM10) in Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3); WHO-Empfehlung liegt bei 20, EU-Grenzwert bei 40 μg/m3

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Umweltbundesamt

Gewicht

75 %

» G15 – Ozonbelastung

Der Indikator enthält Überschreitungen der Feinstaub- und Ozongrenzwerte an Messstationen in der Bundesrepublik, diese sind jedoch anhand eines Raummodells auf die gesamte Fläche des Kreises umgelegt. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit ist ein Tagesgrenzwert für Feinstaub von 50 μg/m3 vorgesehen. Dieser Wert darf nicht öfter als 35-mal im Jahr überschritten werden. Bei der Ozonkonzentration in der Luft soll der höchste Mittelwert eines Tages einen Wert von 120 μg/m3 nicht öfter als 25 Tage im Jahr überschreiten. Gemessen werden hier die Einzelwerte zu Feinstaub (G14) und Ozon (G15); insbesondere bei gleichzeitig überhöhter Feinstaub- und Ozonbelastung ist das Gefährdungspotenzial laut Umweltbundesamt sehr viel höher und wird anhand der Einzelwerte eher unterschätzt.

Definition

Landkreismittel der Ozonüberschreitungstage (Anzahl der Tage pro Jahr mit maximalen täglichen 8-Stunden-Ozonwerten (O3) > 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3))

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Umweltbundesamt

Gewicht

75 %

» G16 – Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte

Saubere Luft ist ein Thema, das vielen Menschen am Herz liegt, wie die aktuelle Debatte um Stickstoffdioxidwerte und Feinstaubbelastung zeigt. Deshalb sind in die Deutschland-Studie die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid eingeflossen. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Januar 2018 kommt es durch NO2 in Deutschland jährlich zu 6.000 vorzeitigen Todesfällen.

Definition

Landkreismittel der Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte (NO2) in Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3); EU-Grenzwert und die WHO-Empfehlung liegen bei 40 μg/m3

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Umweltbundesamt

Gewicht

75 %

» G17 – Verhältnis der Abfälle pro Haushalt zu ihren Konsumausgaben

Als ein Anhaltspunkt für das Umweltbewusstsein der Bürger einer Region wurde für die Studie der Müll betrachtet, den Haushalte produzieren. Mithilfe dieses Indikators kann die Höhe des Abfallaufkommens von der wirtschaftlichen Entwicklung entkoppelt betrachtet werden. Er gibt an, wie sich das Abfallaufkommen in den Kreisen im Verhältnis zum Einkommen entwickelt, also welcher Anteil des Haushaltseinkommens für Müll ausgegeben wird. Eine intakte Umwelt und nachhaltiges Abfallwirtschaften hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Lebensqualität.

Definition

Verhältnis der Abfälle aus Haushalten (in kg) zu den Konsumausgaben der Haushalte (in 1.000 Euro) (kg je 1.000 Euro)

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Siedlungsabfallbilanzen der Bundesländer; Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder)

Gewicht

50%

Themenbereich "Freizeit und Natur"

» F1 – Erholungsfläche je Einwohner

Viele Menschen suchen Erholung außerhalb von Betonwüsten. Daher wurden für die Deutschland-Studie die Erholungsflächen betrachtet. Erholungsflächen sind unbebaute Flächen, die vorwiegend dem Sport, der Erholung sowie dem Betrachten von Tieren und Pflanzen dienen. Hierzu gehören u. a. Grünanlagen wie Parks, Schrebergärten, Sportflächen und Campingplätze.

Definition

Erholungsfläche (unbebaute Fläche und Grünanlagen wie Parks, Schrebergärten, Sportflächen und Campingplätze) je Einwohner in m²

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung des Bundes und der Länder)

Gewicht

37,5%

» F2 – Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche

Zur Berechnung des Indikators werden die Erholungsflächen in Bezug zur Gesamtfläche gesetzt und das Ergebnis in Prozent ausgedrückt. Somit sind Aussagen zur räumlichen Struktur des Kreises möglich.

Definition

Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung des Bundes und der Länder)

Gewicht

12,5 %

» F3 – Anteil Waldfläche an der Gesamtfläche

Waldflächen sind bedeutend für Erholung und Freizeitaktivitäten. Zudem haben sie einen hohen Einfluss auf die Luftqualität und das Mikroklima. Deshalb fließt der Anteil der Waldflächen in die Bewertung mit ein. Waldflächen sind unbebaute Flächen, die mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sind. Hierzu gehören auch Waldblößen, Pflanzschulen, Wildäsungsflächen.

Definition

Anteil Waldfläche (unbebaute Flächen mit Bäumen und Sträuchern, Waldblößen, Pflanzschulen oder Wildäsungsflächen) an der Gesamtfläche in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung des Bundes und der Länder)

Gewicht

37,5%

» F4 – Anteil Wasserfläche an der Gesamtfläche

Wasserflächen sind bedeutend für Erholung und Freizeitaktivitäten und werden von vielen Menschen geschätzt. Deshalb fließt der Anteil der Wasserflächen in die Bewertung mit ein. Das sind Flächen, die ständig oder während des größeren Teils des Jahres mit Wasser bedeckt sind, gleichgültig, ob das Wasser in natürlichen oder künstlichen Betten abfließt oder steht. In die Wasserfläche einbezogen werden auch zugehörige Böschungen, kleine Inseln und dergleichen.

Definition

Anteil Wasserfläche (Flächen, in denen das Wasser in natürlichen oder künstlichen Betten abfließt oder steht sowie zugehörige Böschungen und kleine Inseln) an der Gesamtfläche in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung des Bundes und der Länder)

Gewicht

25%

» F5 – Anteil naturnähere Fläche an der Gesamtfläche

Für die Deutschland-Studie wurden neben den Erholungsflächen (z. B. Grünanlagen und Parks, siehe Indikatoren F1-F2) auch die naturnahen Flächen betrachtet. Naturnähere Flächen sind Abbauland, Moor, Heide und Unland. Unland wiederum sind unbebaute Flächen, die nicht geordnet genutzt werden können (Felsen, Dünen).

Definition

Anteil naturnähere Fläche (Abbauland, Moor, Heide, Felsen oder Dünen) an der Gesamtfläche in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung des Bundes und der Länder)

Gewicht

37,5%

» F6 – Sonnenstunden pro Jahr

Bei Sonnenschein fühlen sich die meisten Menschen wohl, viele reisen der Sonne sogar regelmäßig hinterher. Eine große Zahl an Sonnentagen ist gut fürs Gemüt und lässt Outdoor-Freizeitaktivitäten zu. Deshalb fließt in die Bewertung einer Region ein, wie oft dort die Sonne scheint. Konkret gemessen wurde die Zahl der Sonnentage in einer Region.

Definition

Anzahl der Sonnenstunden pro Jahr

Zeitpunkt/ Zeitraum

Langjähriges Mittel 1981 bis 2010

Quelle

Deutscher Wetterdienst

Gewicht

100%

» F7 – Übernachtungen in Fremdenverkehrsbetrieben

Regionen, die viele Besucher anziehen, sind offensichtlich attraktiv. Die Übernachtungszahlen sind ein Indiz für eine hohe Attraktivität als Tourismusregion und/oder als Wirtschaftsstandort. Beides deutet daraufhin, dass eine Region Qualitäten hat, die sie auch für die Einwohnerinnen und Einwohner lebenswerter macht. Dieser Indikator liefert Informationen zu Touristenzahlen. Auskunftspflichtig sind Beherbergungsbetriebe, die mehr als acht Gäste im Reiseverkehr gleichzeitig beherbergen. Bei den Übernachtungen werden keine Campingplätze betrachtet.

Definition

Anzahl der Übernachtungen in Fremdenverkehrsbetrieben je Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Monatserhebung im Tourismus)

Gewicht

100%

» F8 – Vereine je 1.000 Einwohner

Da vielen Deutschen das Vereinsleben und das zivilgesellschaftliche, ehrenamtliche Engagement in Vereinen wichtig ist, wurde für die Deutschland-Studie ausgewertet, wie viele Vereine auf 1.000 Einwohner kommen. Dieser Indikator listet die Anzahl aller Vereine in einem Kreis auf. Diese reichen von Sport- bis zu Kulturvereinen. Der Indikator gibt eine Übersicht über die Größe und Vielfalt der Vereinsstruktur in einer Region und damit über das Freizeitangebot. Er ist ein Indiz für das Engagement und die soziale Teilhabe der Bürger vor Ort.

Definition

Anzahl der Vereine je 1.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. (Zivilgesellschaft in Zahlen)

Gewicht

75%

» F9 – Bar- und Restaurantdichte

Kneipen und Restaurants sind vielen Menschen wichtig. Sie sind ein Zeichen für die Attraktivität einer Region sowie das Angebot an Freizeitaktivitäten. Für die Deutschland-Studie wurde die Bar- und Restaurantdichte in einer Region ermittelt. Konkret gibt dieser Indikator Aufschluss über den Besatz an Betrieben der Wirtschaftsklasse 56.3 (Ausschank von Getränken) und der Wirtschaftsklasse 56.1 (Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons) je 10.000 Einwohner.

Definition

Anzahl an Schankbetrieben, Gaststätten, Restaurants und Cafés (Wirtschaftsklassen 56.3 und 56.1) je 10.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Unternehmensregister)

Gewicht

100%

» F10 – Aktive Nutzer von Bibliotheken

Cicero wird das Zitat zugeschrieben: „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Eine eigene Bibliothek muss es für die meisten nicht gleich sein. Aber viele schätzen die analogen und inzwischen auch digitalen Angebote öffentlicher Bibliotheken. Eine hohe Zahl von Bibliotheksbesuchern/Entleihungen in Bibliotheken ist ein Zeichen dafür, dass die Stadt bzw. der Kreis in kultureller Hinsicht ein attraktives Angebot aufweist.

Definition

Aktive Nutzer von Bibliotheken je 1.000 Einwohner (aktive Benutzer sind alle Benutzer, die im Berichtsjahr einen gültigen Bibliotheksausweis besitzen oder besessen haben)

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Deutsche Bibliotheksstatistik

Gewicht

37,5%

» F11 – Entleihungen in Bibliotheken

Cicero wird das Zitat zugeschrieben: „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Eine eigene Bibliothek muss es für die meisten nicht gleich sein. Aber viele schätzen die analogen und inzwischen auch digitalen Angebote öffentlicher Bibliotheken. Eine hohe Zahl von Bibliotheksbesuchern/Entleihungen in Bibliotheken ist ein Zeichen dafür, dass die Stadt bzw. der Kreis in kultureller Hinsicht ein attraktives Angebot aufweist.

Definition

Entleihungen in Bibliotheken je 1.000 Einwohner (physische Medien und virtueller Bestand in Form von E-Books oder anderen virtuellen Einzelmedien)

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Deutsche Bibliotheksstatistik

Gewicht

37,5%

» F12 – Erreichbarkeit von Mittelzentren in Minuten

Für Landbewohner kann die Nähe zur nächsten Stadt wichtig sein oder werden. Denn hier befinden sich meist die zentralen Einrichtungen zur Deckung des gehobenen periodischen Bedarfs der Bevölkerung (zum Abitur führende Schulen, Krankenhäuser, vielseitigere Einkaufsmöglichkeiten etc.). Deshalb wurde für die Deutschland-Studie die Nähe zu sogenannten Mittelzentren ausgewertet. Es handelt sich um den flächengewichteten Durchschnittswert der Pkw-Fahrtzeiten aller Verbandsgemeinden eines Kreises zum zeitnächsten Mittel- oder Oberzentrum.

Definition

Durchschnittliche Pkw-Fahrzeit zum nächsten Mittel- oder Oberzentrum (Definition entsprechend deutschem Raumordnungsgesetz) in Minuten

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015

Quelle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Erreichbarkeitsmodell)

Gewicht

50%

» F13 – Studierendendichte

Viele Studierende – das bedeutet häufig, dass es eine studentische Kultur und somit ein breites kulturelles Angebot gibt. Das schätzen Studierende häufig ebenso wie viele nicht oder nicht mehr Studierende. Für die Studie wurde daher ausgewertet, wie viele Studierende im jeweiligen Kreis leben.

Definition

Anzahl der Studierenden an öffentlichen und privaten Hochschulen je 1.000 Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015/16

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Statistik der allgemeinbildenden Schulen; Kommunale Bildungsdatenbank)

Gewicht

50%

» F14 – Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017

Für die Deutschland-Studie wurde berücksichtigt, ob die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen hoch oder niedrig ist. Dieser Indikator lässt auf die politische Partizipation der Bürger in einem Kreis schließen.

Definition

Verhältnis der abgegebenen Zweitstimmen zur Zahl der Wahlberechtigten der Bundestagswahl in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2017

Quelle

Wahlstatistiken der Landeswahlämter; Wahlstatistik des Bundeswahlleiters

Gewicht

25%

» F15 – Wahlbeteiligung bei der letzten Kommunalwahl

Ergänzend zu Bundestagswahlen (siehe Indikator F15) wurde in der Studie auch ausgewertet, wie hoch oder niedrig die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen ist, um Aussagen über die politische Partizipation treffen zu können. Der Indikator lässt Rückschlüsse auf die soziale Beteiligung und Mitbestimmung zu. Soziale Mitbestimmung und Meinungsäußerung haben einen gewissen Einfluss auf die regionalen Projekte und Themenfelder.

Definition

Wahlbeteiligung bei der letzten Kommunalwahl in Prozent (Kreistagswahl, Gemeinderatswahl, Bürgerschaftswahl oder Wahl der Bezirksverordnetenversammlung)

Zeitpunkt/ Zeitraum

2013, 2014, 2015 oder 2016

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Allgemeine Bundestagswahlstatistik)

Gewicht

25%

» F16 – Eheschließungen

Für viele Deutsche gehört die Ehe zu einem glücklichen Leben. Einige Studien deuten sogar auf einen Zusammenhang zwischen Ehe und Lebenszufriedenheit hin (dies gilt allerdings auch für Lebensgemeinschaften, für die jedoch keine verwertbaren Daten vorlagen). Als wäre das noch nicht genug, leben Verheiratete auch länger als Singles. Daher wird in der Deutschland-Studie berücksichtigt, wie viele Ehen in einer Region geschlossen werden. Konkret: Der Indikator gibt die Anzahl der Eheschließungen je 1.000 volljährige Einwohner im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 an.

Definition

Anzahl der Eheschließungen je 1.000 volljährige Einwohner

Zeitpunkt/ Zeitraum

2013 bis 2015

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Statistik der Eheschließungen)

Gewicht

25%

» F17 – Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter

Natürlich gehen die Ansichten und privaten Wünsche in Sachen Kindererziehung auseinander. Aber viele empfinden Betreuungsmöglichkeiten als einen wichtigen Baustein für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine bessere Work-Life-Balance. Befragungen zeigen: Gerade viele Frauen mit Kindern im Betreuungsalter würden gern mehr arbeiten. Besonders häufig würden Mütter gern im Umfang von 30 bis 35 Stunden pro Woche arbeiten: Rund ein Viertel der Mütter wünscht sich dieses Stundenpensum, verwirklichen können es lediglich 13 Prozent. Daher geht eine gute Ganztagsbetreuungsquote positiv in die Wertung einer Region ein. Denn da außerhalb der Schulpflicht niemand gezwungen wird, sein Kind in die Betreuung zu geben, handelt es sich bei diesem Angebot eher um eine Möglichkeit, die mit zusätzlichem Freiraum verbunden ist.

Definition

Anteil der Kinder von 3 bis 6 Jahren in Kindertageseinrichtungen mit einer Betreuungszeit von 7 und mehr Stunden pro Tag an allen Kindern von 3 bis 6 Jahren in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Regionalatlas Deutschland: Indikatoren des Indikatorensystems „Nachhaltigkeit“)

Gewicht

75%

» F18 – Ganztagsbetreuungsquote von Kleinkindern

Natürlich gehen die Ansichten und privaten Wünsche in Sachen Kindererziehung auseinander. Aber viele empfinden Betreuungsmöglichkeiten als einen wichtigen Baustein für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine bessere Work-Life-Balance. Befragungen zeigen: Gerade viele Frauen mit Kindern im Betreuungsalter würden gern mehr arbeiten. Besonders häufig würden Mütter gern im Umfang von 30 bis 35 Stunden pro Woche arbeiten: Rund ein Viertel der Mütter wünscht sich dieses Stundenpensum, verwirklichen können es lediglich 13 Prozent. Daher geht eine gute Ganztagsbetreuungsquote positiv in die Wertung einer Region ein. Denn da außerhalb der Schulpflicht niemand gezwungen wird, sein Kind in die Betreuung zu geben, handelt es sich bei diesem Angebot eher um eine Möglichkeit, die mit zusätzlichem Freiraum verbunden ist.

Definition

Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Kindertageseinrichtungen mit einer Betreuungszeit von 7 und mehr Stunden pro Tag an allen Kindern unter 3 Jahren in Prozent

Zeitpunkt/ Zeitraum

2016

Quelle

Statistik des Bundes und der Länder (Statistiken der Kinder und tätigen Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege)

Gewicht

75%

» F19 – Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung

„Endlich Freizeit“ – das heißt für viele Menschen auch „Endlich Kultur!“ Manche verbinden dies mit studentischem Leben oder einem Gang in die Kneipe (siehe F13 und F9), für andere wiederum zählt hier vielmehr der Besuch des städtischen Opernhauses. Betrachtet wurden für die Deutschland-Studie daher auch die Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen, insbesondere das öffentliche Engagement durch (Teil)Finanzierung eines Ensembles. Die beiden Indikatoren sind ein Zeichen für das kulturelle Angebot im Bereich Hochkultur. Nicht erfasst werden mit diesen Indikatoren bspw. die Alltags- und Subkultur.

Definition

Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen je 10.000 Einwohner. Diese umfassen Theater (alle Stadttheater, Staatstheater und Landesbühnen mit eigenem Ensemble), Orchester und Theaterorchester (alle theaterintegrierten Orchester, Rundfunkorchester (keine vollständigen Angaben) sowie die größten selbstständigen Kulturorchester), Privattheater (fast vollständig alle Theater, die eine institutionelle Förderung erhalten) sowie Festspiele

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015/16

Quelle

Deutscher Bühnenverein (Theaterstatistik)

Gewicht

37,5%

» F20 – Besucher klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung

„Endlich Freizeit“ – das heißt für viele Menschen auch „Endlich Kultur!“ Manche verbinden dies mit studentischem Leben oder einem Gang in die Kneipe (siehe F13 und F9), für andere wiederum zählt hier vielmehr der Besuch des städtischen Opernhauses. Betrachtet wurden für die Deutschland-Studie daher auch die Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen, insbesondere das öffentliche Engagement durch (Teil)Finanzierung eines Ensembles. Die beiden Indikatoren sind ein Zeichen für das kulturelle Angebot im Bereich Hochkultur. Nicht erfasst werden mit diesen Indikatoren bspw. die Alltags- und Subkultur.

Definition

Besucherzahl klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung je 10.000 Einwohner in 2015/16. Klassische Kulturveranstaltungen umfassen Theater (alle Stadttheater, Staatstheater und Landesbühnen mit eigenem Ensemble), Orchester und Theaterorchester (alle theaterintegrierten Orchester, Rundfunkorchester (keine vollständigen Angaben) sowie die größten selbstständigen Kulturorchester), Privattheater (fast vollständig alle Theater, die eine institutionelle Förderung erhalten), sowie Festspiele

Zeitpunkt/ Zeitraum

2015/16

Quelle

Deutscher Bühnenverein (Theaterstatistik)

Gewicht

37,5%